Gagat

Gagat, englisch Jet, ist fossiles Holz, das vor rund 183 Millionen Jahren im Meeresschlamm versank und sich mit Bitumen vollsog. Er ist tiefschwarz, leicht und warm und wurde nach dem Tod von Prinz Albert 1861 zum Inbegriff des viktorianischen Trauerschmucks.

Holz, Bitumen und Jura

Gagat ist eine harte, dichte Form von Braunkohle. Er entstand aus Treibholz, das im Unterjura, vor rund 183 Millionen Jahren, auf den Grund eines sauerstoffarmen Meeres sank. Dort wurde es nachträglich von Bitumen durchtränkt. Echten Jet gibt es nur in Gesteinen aus Jura und Kreide.

Gern liest man, Gagat stamme von der Andentanne, dem Araukarienbaum. Das Whitby Museum nennt das weitgehend einen viktorianischen Mythos, belegt sind ausgestorbene, araukarienartige Nadelhölzer.

Viktorianischer Trauerschmuck

Die klassische Quelle ist die Küste bei Whitby in Yorkshire. Als Prinz Albert 1861 starb, trug Königin Victoria jahrzehntelang Trauer, und schwarzer Schmuck aus Whitby-Jet wurde zur großen Mode. Er ist leicht, lässt sich fein schnitzen und hochglänzend polieren.

Echter Jet oder Imitation

Mit einer Härte von 3 bis 4 und einer Dichte um 1,3 ist Gagat weich und sehr leicht. Das Whitby Museum nennt zwei einfache Merkmale: Echter Jet hinterlässt auf unglasiertem Porzellan einen braunen Strich, und er fühlt sich warm an, anders als Glas.

Die häufigste historische Imitation war Vulkanit, gehärteter Kautschuk. Er riecht beim Reiben nach Schwefel und bleicht im Licht khakibraun aus. Das sogenannte „French Jet“ ist schwarzes Glas, schwerer, kälter und glasglänzend. Den oft empfohlenen Test mit einer heißen Nadel rät das Museum ab, er beschädigt die Oberfläche.

Name und deutsche Vorkommen

Der Name geht auf Plinius zurück, der den Stein nach dem Ort und Fluss Gages in Lykien in Kleinasien benannte und bemerkte, dass er beim Verbrennen schweflig riecht.

Auch in Deutschland gibt es Gagat. Im Posidonienschiefer Baden-Württembergs, derselben Gesteinsschicht aus dem Unterjura, wurde verkohltes, bitumendurchtränktes Holz zu Schmuck verarbeitet.

Quellen

  1. Whitby Museum: Jet and Jet Jewellery
  2. Whitby Museum: Jet FAQ
  3. GIA: Whitby Jet Reading List
  4. Gem-A: Whitby Jet and its Simulants
  5. LGRB Baden-Württemberg: Posidonienschiefer
  6. Plinius: Naturalis historia, Buch 36