Minerale bestimmen

Ein unbekanntes Stück lässt sich mit vier einfachen Prüfungen erstaunlich weit eingrenzen, und zwar ohne Labor: Härte, Strichfarbe, Glanz und Bruchverhalten. Keine davon braucht mehr als eine unglasierte Kachel, ein Taschenmesser und einen Blick bei gutem Licht.

Die vier Prüfungen in sinnvoller Reihenfolge

Reihenfolge ist hier kein Zufall. Man beginnt mit dem, was am meisten ausschließt.

  1. Härte. Ritzt das Stück Fensterglas oder wird es vom Fingernagel geritzt? Diese eine Frage teilt die Mineralwelt in grobe Blöcke.
  2. Strichfarbe. Die Farbe des Pulvers, nicht des Stücks. Sie ist deutlich verlässlicher als die sichtbare Farbe, weil sie kaum von Verunreinigungen abhängt.
  3. Glanz. Metallisch oder nicht metallisch? Das trennt Erze von allem übrigen.
  4. Spaltbarkeit und Bruch. Bricht das Stück entlang glatter Ebenen oder muschelig? Die Zahl der Spaltrichtungen und ihre Winkel sind oft der letzte entscheidende Hinweis.

Wo diese vier nicht ausreichen, helfen Dichte und die Zuordnung zu einem der sieben Kristallsysteme weiter.

Was man dafür braucht

Verdünnte Salzsäure aus dem Baumarkt zeigt Karbonate durch Aufbrausen an. Haushaltsessig funktioniert bei Calcit ebenfalls, nur langsamer.

Grenzen der Bestimmung von Hand

Manche Minerale lassen sich ohne Gerät nicht sicher trennen. Die Feldspäte untereinander gehören dazu, ebenso viele Glieder der Amphibol- und Pyroxengruppe. Auch die Unterscheidung zwischen natürlichem und behandeltem Material, etwa bei gebranntem Amethyst, braucht in der Regel ein Labor.

Wer eine Bestimmung anhand mehrerer Merkmale bis auf zwei oder drei Kandidaten eingrenzt, hat schon viel erreicht. Für den Rest gibt es die Vergleichstabellen in den einzelnen Steckbriefen.