Charoit
Charoit ist ein lila bis violettes Silikat mit verwirbelter Faserstruktur und seidigem Glanz. Er kommt nur an einem Ort der Welt vor, im Murun-Massiv in Jakutien, und wurde erst 1978 als eigenes Mineral beschrieben.
Ein kompliziertes Silikat
Lange stand Charoit mit einer einfachen Formel in den Büchern. Seit seine Struktur 2010 gelöst wurde, weiß man, dass er zu den kompliziertesten Silikaten überhaupt gehört: ein Gerüst aus 70 Siliciumatomen je Formeleinheit, dazu Kalium, Calcium, Natrium, Strontium, Barium und Wasser. Das Handbook of Mineralogy führt die neue Formel, die alte dient nur noch zum Umrechnen von Analysen.
Charoit ist faserig und derb, die Fasern verwirbeln sich zu den typischen fließenden Mustern. Eine Mohshärte hat das Handbook nicht bestimmt, üblich sind Angaben um 5 bis 6. Unter dem Elektronenstrahl leuchtet er gelborange. Woher die lila Farbe kommt, ist nicht abschließend geklärt.
Der einzige Fundort
Charoit kommt nur im Murun-Massiv vor, zwischen den Flüssen Chara und Olekma in Jakutien, im Osten Sibiriens. Er entsteht dort, wo ein alkalisches Tiefengestein, ein Nephelin- und Ägirin-Syenit, an Kalkstein grenzt, und das Gestein durch heiße Lösungen mit Kalium angereichert wurde. Begleitet wird er von Mineralen wie Canasit und dem orangen Tinaksit.
Beschrieben wurde Charoit 1978 von Rogova und Kollegen, benannt nach dem Fluss Chara. Die oft zu lesende Herleitung vom russischen Wort für Zauber ist nicht belegt.
Nicht gefärbt, aber nachgeahmt
Die kräftige Farbe führt oft zu der Vermutung, Charoit sei gefärbt. Er ist es nicht, Behandlungen sind nicht bekannt. Nachgeahmt wird er dagegen, unter anderem mit Kunststoff, der sich mit einer heißen Nadel entlarven lässt, und mit gefärbten Mineralgemengen. Weil Charoit nur aus Jakutien stammt, ist jede andere Herkunftsangabe ein Warnsignal.