Diamant

Diamant ist das härteste natürliche Mineral und besteht aus nichts anderem als Kohlenstoff, also demselben Element wie Graphit und Grafitminen. Der Unterschied liegt allein in der Anordnung der Atome.

Diamant: ein ungeschliffener Oktaeder mit acht Dreiecksflächen und leicht gerundeten Kanten, eingebettet in dunkles Gestein
Naturdiamanten wachsen als Oktaeder mit oft leicht gewölbten Flächen. Das dunkle Muttergestein ist Kimberlit, der sie aus großer Tiefe an die Oberfläche befördert hat. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Härte 10 und ihre Grenzen

Diamant definiert das obere Ende der Mohsskala. Der Abstand zur Stufe darunter ist allerdings gewaltig: Absolut gemessen ist er um ein Vielfaches härter als ' . ref('/mineral/korund/', 'Korund') . ', obwohl nur eine Stufe dazwischenliegt. Die Skala ist eine Rangfolge, keine Messung.

Diamant oder Graphit

Beide bestehen aus reinem Kohlenstoff und sind trotzdem so verschieden wie kaum zwei Minerale. Solche Fälle heißen Polymorphie.

EigenschaftDiamantGraphit
Bindungdreidimensionales Netz, jedes Atom vierfach gebundenSchichten, zwischen ihnen nur schwache Kräfte
Mohshärte101 bis 2
Aussehenfarblos, durchsichtigschwarz, undurchsichtig
LeitfähigkeitIsolatorleitet Strom

Unter den Bedingungen an der Erdoberfläche ist Graphit die stabile Form. Diamant ist streng genommen instabil und wandelt sich langsam um. Der Vorgang ist allerdings so träge, dass er praktisch nicht stattfindet.

Entstehung und Vorkommen

Diamant bildet sich in über 150 Kilometern Tiefe im Erdmantel, bei Drücken um 5 Gigapascal. An die Oberfläche gelangt er nur durch Kimberlit-Schlote, die mit hoher Geschwindigkeit aufsteigen. Wäre der Aufstieg langsamer, würde sich der Diamant unterwegs in Graphit umwandeln.

Die wichtigsten Vorkommen liegen in Russland, Botswana, Kanada und im Kongo. In Deutschland gibt es keine abbauwürdigen Vorkommen. Der weitaus größte Teil der Weltproduktion geht nicht in Schmuck, sondern in Schneid- und Schleifwerkzeuge.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
  2. RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
  3. IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale

Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.