Granat

Granat ist keine einzelne Mineralart, sondern eine Gruppe mit gemeinsamer Kristallstruktur. Was sie verbindet, ist die auffällige Form: ein Zwölfflächner aus lauter Rauten, den man einmal gesehen nicht mehr vergisst.

Granat: ein dunkelroter vielflächiger Kristall, eingebettet in silbrig glänzenden Glimmerschiefer
Der Kristall zeigt die für Granat typische Form aus zwölf rautenförmigen Flächen. Eingebettet ist er in Glimmerschiefer, sein häufigstes Muttergestein. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Der Rhombendodekaeder

Granat kristallisiert kubisch und bildet fast immer denselben Körper: zwölf gleich große rautenförmige Flächen, den Rhombendodekaeder. Seltener kommt der Ikositetraeder mit 24 Flächen vor, oft auch Kombinationen aus beiden.

Diese Form ist so charakteristisch, dass sie allein zur Bestimmung reicht. Kein anderes verbreitetes Mineral bildet sie regelmäßig aus.

Granat hat keine Spaltbarkeit und bricht muschelig bis splittrig. Kristalle bleiben deshalb oft vollständig erhalten, auch wenn das umgebende Gestein längst zerfallen ist.

Granat: ein dunkelroter Kristall in silbrig glänzendem Glimmerschiefer
Fotorealistische Darstellung. Der Kristall sitzt eingewachsen im Glimmerschiefer, seinem typischen Muttergestein. Ebenfalls mit KI erzeugt.

Die Gruppe

Die allgemeine Formel lautet X₃Y₂[SiO₄]₃. Auf den beiden Positionen X und Y können verschiedene Metalle sitzen, woraus sich die einzelnen Arten ergeben.

ArtFarbetypisches Vorkommen
Almandintiefrot bis violettrotGlimmerschiefer, sehr häufig
PyropblutrotPeridotit, Mantelgesteine
Grossulargrün, gelb, farblosmetamorphe Kalke
Andraditgelbgrün bis schwarzKontaktlagerstätten
Spessartinorange bis rotbraunPegmatite

Weil die Zusammensetzungen ineinander übergehen, schwanken Dichte und Härte deutlich. Deshalb stehen in der Infobox Spannen.

Bedeutung

Für Geologen ist Granat ein wichtiger Zeuge. Welche Art vorliegt und wie sie zusammengesetzt ist, verrät Druck und Temperatur bei der Entstehung. In ' . ref('/gestein/eklogit/', 'Eklogit') . ' zeigt er Hochdruckbedingungen aus über 50 Kilometern Tiefe an.

Technisch nutzt man die Härte und Zähigkeit: Granatsand ist ein verbreitetes Strahlmittel und Schleifmittel, unter anderem auf Schleifpapier.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
  2. RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
  3. IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale

Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.