Graphit

Graphit besteht aus reinem Kohlenstoff, genau wie Diamant. Er ist trotzdem so weich, dass er auf Papier abfärbt, und leitet dabei elektrischen Strom. Beides erklärt sich aus seinem Schichtbau.

Graphit: ein lockerer Stapel dünner dunkelgrauer Plättchen mit metallischem Schimmer, einige liegen daneben
Die Plättchen lassen sich mühelos gegeneinander verschieben. Genau das passiert beim Schreiben mit einem Bleistift. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Der Schichtbau

Die Kohlenstoffatome sind in ebenen Sechsecknetzen angeordnet, ähnlich einem Bienenwabe. Innerhalb einer Schicht sind die Bindungen außerordentlich fest, zwischen den Schichten dagegen sehr schwach.

Deshalb gleiten die Schichten schon unter geringstem Druck aneinander ab. Beim Schreiben mit einem Bleistift bleiben genau solche abgelösten Schichten auf dem Papier haften.

Warum er Strom leitet

Innerhalb der Schichten ist ein Elektron pro Atom nicht fest gebunden und kann sich frei bewegen. Graphit leitet deshalb elektrischen Strom, was ihn unter den Mineralen zur Ausnahme macht.

Genutzt wird das in Elektroden für Lichtbogenöfen, in Batterien und in Kohlebürsten von Elektromotoren. In Lithium-Ionen-Akkus bildet Graphit die negative Elektrode, was ihn zu einem der gefragtesten Industrieminerale gemacht hat.

Woran man ihn erkennt

Graphit ist stahlgrau bis schwarz, hat metallischen bis fettigen Glanz und färbt beim Anfassen ab. Der Strich auf Porzellan ist grauschwarz und glänzend.

Mit Mohshärte 1 bis 2 ist er extrem weich, ähnlich wie ' . ref('/mineral/talk/', 'Talk') . '. Beide fühlen sich fettig an, aber Graphit ist schwarz und färbt ab, Talk ist hell und tut es nicht.

Vorkommen

Graphit entsteht bei der Metamorphose kohlenstoffhaltiger Sedimente. Aus organischem Material in Tonstein wird unter Druck und Hitze zunächst Kohle, dann Graphit.

Bedeutende Vorkommen liegen in China, Indien und Brasilien. In Deutschland gibt es Graphit bei Passau in Bayern.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
  2. RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
  3. IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale

Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.