Larimar

Larimar ist blauer Pektolith. Pektolith selbst ist weltweit verbreitet und meist weiß, die blaue Sorte aber kommt wirtschaftlich nur von einem Ort: einem Berghang im Südwesten der Dominikanischen Republik. Entdeckt wurde sie erst 1974.

Pektolith in Blau

Larimar ist ein Handelsname, keine eigene Mineralart. Gemeint ist blauer Pektolith, ein Natrium-Calcium-Silikat, das in radialstrahligen Faserbüscheln wächst und dadurch seidig glänzt. Genau genommen ist Larimar sogar ein Gestein, denn mit dem Pektolith verwachsen sind Natrolith, Prehnit, Calcit und Chlorit.

Mit einer Härte von 4,5 bis 5 ist Larimar weich, und die vollkommene Spaltbarkeit macht ihn spröde. Kompakte Stücke sind zäher als man erwartet, für Ringe taugt er trotzdem nur bedingt.

Woher das Blau kommt

Entdeckung und Name

1974 stießen der Dominikaner Miguel Méndez und Norman Rilling vom amerikanischen Friedenskorps an der Playa Bahoruco bei Barahona auf blaue Gerölle. Méndez nannte den Stein nach seiner Tochter Larissa und dem spanischen Wort mar, Meer. Das Smithsonian soll die erste Probe zunächst für nicht natürlich gehalten haben. Heute ist Larimar der Nationalstein der Dominikanischen Republik.

Der einzige Fundort

Wirtschaftlich gibt es nur ein Vorkommen: Las Filipinas, rund 32 Hektar auf etwa 750 Metern Höhe in der Sierra de Bahoruco, nahe dem Ort Los Chupaderos, etwa 15 Kilometer südwestlich der Stadt Barahona. Der Larimar sitzt dort in kreidezeitlichen Basalten und hat sich bei Temperaturen unter 170 °C gebildet.

Ein einziger Fundort hat einen praktischen Vorteil: Wird „Larimar“ mit Herkunft aus einem anderen Land angeboten, stimmt etwas nicht.

Imitationen und Pflege

Das GIA beschrieb 2020 eine Imitation aus abgeschrecktem, rissigem und blau gefärbtem Chalcedon. Echter Larimar zeigt dagegen faserige Büschel und ein netzartiges Muster statt gleichmäßig eingefärbter Risse.

Wegen der geringen Härte und der Hitzeempfindlichkeit gehört Larimar nicht ins Ultraschallbad und nicht in die Nähe von Hitze.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy: Pektolith (PDF, Mineralogical Society of America)
  2. Huang et al.: Larimar, Minerals 13 (2023) 1221
  3. Dumańska-Słowik et al.: Larimar, Journal of South American Earth Sciences 141 (2024)
  4. GIA Lab Note 2020: Crackled Dyed Chalcedony Imitating Larimar