Opal
Opal ist kein Kristall. Er besteht aus winzigen Kieselgelkügelchen, die sich zu einer dichten Packung geordnet haben, und enthält bis zu zwanzig Prozent Wasser. Beides zusammen erklärt sein Farbenspiel und seine Empfindlichkeit.
Ein Mineral ohne Gitter
Alle bisher beschriebenen Minerale haben ein Kristallgitter. Opal nicht. Er ist amorph, seine Bausteine sind Kügelchen aus Kieselgel mit Durchmessern im Bereich einiger hundert Nanometer.
Streng genommen erfüllt er damit die Definition eines Minerals nicht vollständig. Die IMA führt ihn dennoch, mit dem Zusatz, dass es sich um ein Mineraloid handelt.

Woher das Farbenspiel kommt
Sind die Kügelchen alle etwa gleich groß und regelmäßig gepackt, wirken sie wie ein optisches Gitter. Licht wird daran gebeugt, und je nach Betrachtungswinkel verstärken sich unterschiedliche Wellenlängen.
Die Größe der Kügelchen bestimmt die Farben: Kleine erzeugen Blau und Violett, größere Rot. Opale mit rotem Feuer sind deshalb seltener und teurer. Sind die Kügelchen unregelmäßig, fehlt das Farbenspiel und es entsteht gewöhnlicher Milchopal.
Warum Opale reißen können
Opal enthält Wasser, meist zwischen 3 und 10 Prozent, in Einzelfällen bis 20. Trocknet er aus, schrumpft er, und es entstehen feine Risse. Sammler nennen das Krakelieren.
Deshalb gehören Opale nicht in trockene Heizungsluft und nicht ins Ultraschallbad. Die klassische Empfehlung, sie gelegentlich in Wasser zu legen, hilft nur begrenzt, weil das Wasser nicht wieder vollständig in die Struktur zurückgelangt.
Die bedeutendsten Vorkommen liegen in Australien, dazu kommen Mexiko und Äthiopien.
Quellen
- Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
- RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
- IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale
Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.
