Turmalin

Turmalin ist chemisch eines der kompliziertesten Minerale überhaupt und zugleich eines der am leichtesten erkennbaren. Zwei Merkmale genügen: der dreieckige Querschnitt und die kräftige Längsriefung.

Turmalin: ein aufrecht stehendes längliches Prisma mit kräftiger Längsriefung, unten schwarz, nach oben grün und rosa
Der Querschnitt ist ein gerundetes Dreieck, die Längsriefung verläuft über die ganze Höhe. Die Farbzonen entstanden, weil sich die Zusammensetzung der Lösung während des Wachstums änderte. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Der dreieckige Querschnitt

Turmalin bildet lange, säulige Kristalle. Betrachtet man sie von oben, ist der Querschnitt ein gerundetes Dreieck, nicht sechseckig wie bei ' . ref('/mineral/quarz/', 'Quarz') . ' oder ' . ref('/mineral/beryll/', 'Beryll') . '.

Dazu kommt eine kräftige Riefung, die über die gesamte Länge des Prismas verläuft. Beides zusammen ist eindeutig, kein anderes verbreitetes Mineral zeigt diese Kombination.

Farben und Zonen

Turmalin kommt in praktisch jeder Farbe vor. Häufig ist ein einzelner Kristall mehrfarbig gezont, weil sich die Zusammensetzung der Lösung während des Wachstums verändert hat.

Die bekannteste Variante ist der Wassermelonen-Turmalin: außen grün, innen rot. Bei längs gezonten Kristallen wechselt die Farbe von einem Ende zum anderen, etwa von Schwarz über Grün zu Rosa.

Der schwarze Turmalin heißt Schörl und ist die mit Abstand häufigste Art. Er tritt in Graniten und Pegmatiten auf.

Eine elektrische Eigenheit

Die Ursache liegt im unsymmetrischen Kristallbau: Die beiden Enden eines Turmalinkristalls sind unterschiedlich ausgebildet, was zu einem dauerhaften elektrischen Dipol führt.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
  2. RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
  3. IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale

Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.