Andesit

Andesit ist das typische Gestein der Vulkane über Subduktionszonen und nach den Anden benannt. Es ist mittelgrau, feinkörnig und zeigt fast immer größere Kristalle, die in der dichten Grundmasse schwimmen.

Andesit: graues Handstück mit feinkörniger Grundmasse und darin verteilten größeren hellen Kristallen
Die hellen, kantigen Kristalle sind Einsprenglinge, die schon in der Magmakammer gewachsen sind. Die feine Grundmasse dazwischen erstarrte erst beim Ausbruch. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Was die Einsprenglinge verraten

Andesit hat ein Gefüge, das eine zweistufige Geschichte erzählt. Die größeren Kristalle, meist heller Plagioklas und dunkle Hornblende, wuchsen langsam in der Magmakammer, während die Schmelze dort noch lagerte.

Beim Ausbruch gelangte diese Schmelze samt der bereits gebildeten Kristalle an die Oberfläche und erstarrte innerhalb kurzer Zeit. Für weiteres Kristallwachstum blieb keine Zeit, deshalb ist die Grundmasse dazwischen sehr feinkörnig.

Dieses Muster aus großen Einsprenglingen in feiner Grundmasse heißt porphyrisches Gefüge. Es tritt nur bei Vulkangesteinen auf und unterscheidet Andesit sofort von Diorit, seinem Tiefengesteins-Gegenstück mit derselben Chemie, bei dem alle Kristalle gleichmäßig groß sind.

Warum Andesit-Vulkane explosiv sind

Mit 52 bis 63 Prozent SiO₂ ist andesitisches Magma deutlich zähflüssiger als basaltisches. Gase können nicht entweichen, sondern sammeln sich unter Druck an, bis das Magma den Verschluss sprengt.

Andesit entsteht, wenn Schmelzen aus dem Mantelkeil über einer abtauchenden Platte aufsteigen und dabei Krustenmaterial aufnehmen. Der ganze Vorgang steht unter Subduktion.

Vorkommen

Andesit findet sich überall dort, wo Subduktion stattfindet: in den Anden, den Kaskaden Nordamerikas, in Japan, Indonesien und auf den Philippinen. Der pazifische Feuerring ist im Wesentlichen eine Kette andesitischer Vulkane.

In Deutschland stammt Andesit aus deutlich älteren Vulkanphasen, vor allem aus dem Perm. Vorkommen liegen im Saar-Nahe-Becken, im Thüringer Wald, im Erzgebirge und im Halleschen Raum. In der älteren Literatur und im Steinhandel laufen diese Gesteine oft noch unter dem Sammelbegriff Porphyr, der über die Zusammensetzung nichts aussagt, sondern nur das Gefüge mit den auffälligen Einsprenglingen beschreibt.

Abgebaut wird das Material bis heute als Naturwerkstein und als Schotter. Aktive Steinbrüche sind Privatgelände, siehe Fundorte und Sammelrecht.

Wo Andesit im Zusammenspiel der Gesteine steht, ist unter Gesteinskreislauf beschrieben.

Quellen

  1. Chen, L. (2017): Origin of continental arc andesites
  2. Geowiki der LMU München: Gesteinssystematik
  3. Mineralienatlas: Gesteinsdaten

Fachlich zuletzt geprüft am 01.08.2026.