Diorit
Diorit steht chemisch genau zwischen Granit und Gabbro. Sein auffälligstes Merkmal ist das Salz-und-Pfeffer-Muster: weiße Plagioklaskörner und schwarze Hornblende in etwa gleichen Anteilen, ohne die rosa Farbtupfer, die Granit prägen.
Woran man Diorit erkennt
Diorit ist mittel- bis grobkörnig, die einzelnen Minerale sind also mit bloßem Auge zu unterscheiden. Das Gefüge ist richtungslos, es gibt keine Bänderung wie bei Gneis.
Entscheidend sind zwei Dinge, die fehlen. Es gibt praktisch keinen Quarz, also keine grauen, glasig durchscheinenden Körner. Und es gibt keinen rosa Kalifeldspat, der bei vielen Graniten so auffällt. Übrig bleibt der Kontrast aus weißem Plagioklas und schwarzer Hornblende.
Die Stellung zwischen Granit und Gabbro
Alle drei sind Tiefengesteine, alle drei erstarren langsam in mehreren Kilometern Tiefe. Sie unterscheiden sich im Kieselsäuregehalt und damit in ihrer Zusammensetzung.
| Gestein | SiO₂ | Farbeindruck | Quarz |
|---|---|---|---|
| Granit | über 65 % | hell, oft rosa | über 20 % |
| Diorit | 52 bis 63 % | schwarz-weiß gesprenkelt | wenig bis keiner |
| Gabbro | 45 bis 52 % | dunkel, grünlich | keiner |
Jedem dieser Tiefengesteine entspricht ein Vulkangestein mit derselben Chemie, das nur schneller erstarrt ist. Beim Diorit ist das Andesit, beim Gabbro Basalt und beim Granit Rhyolith.
Vorkommen und Verwendung
Diorit entsteht häufig in Subduktionszonen, wo Schmelzen aus dem Mantelkeil in der Oberplatte stecken bleiben und dort auskristallisieren. Wie dieser Vorgang abläuft, steht unter Subduktion.
In Deutschland tritt Diorit unter anderem im Odenwald, im Bayerischen Wald und im Harz auf. Wegen seiner Zähigkeit wird er als Schotter und Pflasterstein genutzt. Poliert läuft er im Steinhandel meist unter der Sammelbezeichnung Granit, was geologisch nicht zutrifft.
Quellen
- Geowiki der LMU München: Gesteinssystematik
- Mineralienatlas: Gesteinsdaten
- Petrogenesis of Permian Granodiorite and Diorite, Minerals (MDPI)
Fachlich zuletzt geprüft am 01.08.2026.
