Bims
Bims ist das einzige verbreitete Gestein, das auf Wasser schwimmt. Er besteht zu einem großen Teil aus Hohlraum, weil die Lava beim Ausbruch aufgeschäumt ist wie Schaum auf einer geschüttelten Flasche.
Warum Bims schwimmt
Das Material selbst ist Vulkanglas mit einer Dichte um 2,4 g/cm³, es würde also sinken. Entscheidend ist der Anteil an Hohlraum: Bis zu 90 Prozent des Volumens sind gasgefüllte Poren. Dadurch sinkt die Dichte des Gesamtstücks auf 0,4 bis 0,9 g/cm³ und liegt damit unter der von Wasser.
Wie er entsteht
Bims entsteht aus zähflüssiger, kieselsäurereicher Lava, in der viel Gas gelöst ist. So lange sie unter Druck steht, bleibt das Gas gelöst. Beim Ausbruch fällt der Druck schlagartig, das Gas tritt aus und bläht die Schmelze auf.
Weil die Schmelze gleichzeitig sehr schnell abkühlt, erstarrt der Schaum, bevor die Blasen entweichen können. Das Ergebnis ist erstarrter Schaum aus Glas, chemisch verwandt mit Obsidian, nur eben durchsetzt von Hohlräumen.
Beide entstehen aus derselben Art von Magma. Wo Obsidian blasenfrei erstarrt, war der Gasgehalt gering oder der Druck blieb hoch genug.
Vorkommen und Verwendung
Bims fällt bei explosiven Ausbrüchen in großen Mengen an. Bekannte Vorkommen liegen auf Lipari, in Griechenland und in der Türkei.
In Deutschland gibt es bedeutende Lagerstätten im Neuwieder Becken am Laacher See. Der Ausbruch des Laacher-See-Vulkans vor rund 13.000 Jahren schüttete dort Bimsdecken auf, die bis heute abgebaut werden.
Verwendet wird Bims als Leichtzuschlag für Beton und Mauersteine, als Dämmschüttung und im Gartenbau zur Bodenauflockerung. Im Haushalt dient er als Schleifstein, in der Textilindustrie zum Waschen von Jeans.
Wo Bims im Zusammenspiel der Gesteine steht, ist unter Gesteinskreislauf beschrieben.
Quellen
- Geowiki der LMU München: Gesteinssystematik
- Mineralienatlas: Gesteinsdaten
- Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
Fachlich zuletzt geprüft am 01.08.2026.
