Konglomerat

Ein Konglomerat ist verfestigter Kies: gerundete Gerölle, die in einer feineren Grundmasse stecken. Es gehört zu den wenigen Gesteinen, denen man ihre Entstehungsgeschichte direkt ansieht, denn jedes einzelne Geröll war einmal ein eigenes Gestein.

Konglomerat: Handstück mit gerundeten Geröllen verschiedener Größe und Farbe in einer sandigen Grundmasse
Die Gerölle sind deutlich gerundet, was auf einen langen Transport in fließendem Wasser hinweist. Zwischen ihnen liegt eine feinere sandige Grundmasse. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Was die Rundung verrät

Ein frisch abgebrochenes Gesteinsstück ist kantig. Je länger es in einem Fluss oder an einer Küste bewegt wird, desto stärker schleifen sich die Ecken ab. Der Rundungsgrad ist also ein direktes Maß für die zurückgelegte Strecke.

Gut gerundete, etwa gleich große Gerölle sprechen für einen langen Transport in einem großen Flusssystem. Schlecht sortierte Stücke unterschiedlichster Größe deuten auf einen kurzen, kräftigen Transport hin, etwa bei einem Murgang im Gebirge.

Die Zusammensetzung verrät zusätzlich die Herkunft. Wer die einzelnen Gerölle bestimmt, kann sagen, welche Gesteine im Einzugsgebiet anstanden, oft von Bergen, die längst abgetragen sind.

Konglomerat oder Brekzie

Die Grundmasse zwischen den Geröllen besteht meist aus Sand und wirkt wie ein Sandstein, in dem größere Brocken schwimmen. Das Bindemittel ist dasselbe wie dort: Kieselsäure, Eisenoxid, Kalk oder Ton.

Vorkommen

Konglomerate entstehen dort, wo grobes Material abgelagert wird: an Flussmündungen, in Schotterebenen vor Gebirgen und an Kiesküsten.

Ein bekanntes Beispiel in der Schweiz ist die Nagelfluh, ein Konglomerat aus der Alpenvorlandmolasse, das in ganzen Felswänden ansteht. In Deutschland treten Konglomerate unter anderem im Rotliegend und im Buntsandstein auf.

Wo Konglomerate im Zusammenspiel der Gesteine stehen, ist unter Gesteinskreislauf beschrieben.

Quellen

  1. Geowiki der LMU München: Gesteinssystematik
  2. Mineralienatlas: Gesteinsdaten
  3. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)

Fachlich zuletzt geprüft am 01.08.2026.