Sandstein

Sandstein ist verfestigter Sand und damit das Ergebnis einer langen Auslese: Was von einem verwitterten Granit übrig bleibt, nachdem Feldspat und Glimmer zerfallen sind, sind Quarzkörner. Genau die findet man hier wieder.

Sandstein: warm ockerfarbenes Handstück mit deutlich sichtbarer horizontaler Schichtung und körniger Bruchfläche
Die einzelnen Sandkörner sind auf der Bruchfläche mit bloßem Auge zu erkennen. Die horizontalen Linien zeichnen die ursprüngliche Ablagerung nach. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Woran man Sandstein erkennt

Sandstein fühlt sich rau an und färbt bei weicheren Sorten ab, wenn man mit dem Finger darüberstreicht. Auf der Bruchfläche sind die einzelnen Körner mit bloßem Auge oder mit einer Lupe zu erkennen, was ihn sofort von Tonstein unterscheidet.

Fast immer ist eine Schichtung sichtbar, oft als feine Farbbänder. Wo diese Bänder schräg zur Hauptschichtung verlaufen, spricht man von Schrägschichtung. Sie entsteht durch wandernde Dünen oder Sandbänke und zeigt an, in welche Richtung Wind oder Strömung liefen.

Das Bindemittel entscheidet

Die Körner allein machen noch kein Gestein. Erst ein Bindemittel, das sich zwischen ihnen abscheidet, verkittet sie dauerhaft. Welches das ist, bestimmt Farbe, Härte und Witterungsbeständigkeit.

BindemittelWirkungEigenschaft
KieselsäureQuarz zwischen den Körnernsehr hart und beständig, geht in Quarzit über
EisenoxidHämatit oder Limonitrote bis gelbbraune Färbung, mäßig fest
KalkCalcithell, aber säureempfindlich und weniger wetterfest
TonTonmineraleweich, verwittert am schnellsten

Was die Körner verraten

Form und Sortierung der Körner erzählen von ihrem Transportweg. Gut gerundete, gleichmäßig große Körner haben eine lange Reise hinter sich, meist durch Wind oder in einem großen Flusssystem. Kantige, ungleich große Körner wurden nur kurz transportiert.

Die Farbe stammt fast nie von den Quarzkörnern selbst, die sind farblos, sondern vom Bindemittel. Rote Sandsteine verdanken ihre Farbe feinstem Hämatit, der die Körner überzieht.

Vorkommen und Verwendung

Sandstein ist weltweit verbreitet und in Deutschland eines der prägendsten Bauwerksgesteine. Der Buntsandstein bildet ganze Mittelgebirge, dazu kommen der Elbsandstein in der Sächsischen Schweiz und der Weserbergland-Sandstein.

Weil er sich vergleichsweise leicht bearbeiten lässt und in großen Blöcken bricht, ist er das klassische Material für Kirchen, Burgen und Brücken. Der Kölner Dom und das Heidelberger Schloss bestehen daraus. Zugleich ist Sandstein empfindlich gegen saure Luftschadstoffe, was den Erhaltungsaufwand an historischen Bauten erklärt.

Wird Sandstein metamorph überprägt, wachsen die Quarzkörner zusammen und es entsteht Quarzit. Wo dieser Weg im Gesamtbild steht, ist unter Gesteinskreislauf beschrieben.

Quellen

  1. Geowiki der LMU München: Gesteinssystematik
  2. Mineralienatlas: Gesteinsdaten
  3. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)

Fachlich zuletzt geprüft am 01.08.2026.