Speckstein

Speckstein ist ein weiches, metamorphes Gestein aus Talk, meist zusammen mit Magnesit. Er fühlt sich seifig an, lässt sich mit dem Messer schnitzen und speichert Wärme besser als die meisten Gesteine. Beim Bearbeiten ist allerdings Vorsicht geboten.

Nicht nur Talk

Nach der europäischen Natursteinnorm ist Speckstein ein metamorphes Gestein aus 30 bis 70 Prozent Talk, dazu bis zu 70 Prozent Karbonat. In finnischem Speckstein sind im Mittel rund die Hälfte Talk und knapp ein Drittel Magnesit, dazu Chlorit und Eisenoxide. Den seifigen, fast speckigen Griff, dem er seinen Namen verdankt, gibt ihm der Talk.

Warum Specksteinöfen funktionieren

Laut Finnischem Geologischen Dienst leitet Speckstein Wärme besser, verteilt sie schneller und speichert mehr davon als die meisten Gesteine, sogar mehr als Schamotte. Deshalb baut man daraus Speicheröfen, vor allem in Finnland. Weil der schwere Magnesit die Dichte auf fast drei Gramm je Kubikzentimeter hebt, steckt in einem Ofen viel Masse, die Wärme aufnehmen kann.

Im Alpenraum wurde Speckstein als Lavez oder Pietra ollare seit der Antike zu Töpfen gedreht, vor allem im Valmalenco und im Valchiavenna.

Asbest beim Bearbeiten

Manche Specksteine enthalten Asbestfasern. Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV untersuchte 35 Proben: In etwa einem Viertel war Asbest nachweisbar, zwei lagen über dem Grenzwert von 0,1 Prozent. In den meisten Bundesländern ist das Bearbeiten von Speckstein in Schulen und Bildungseinrichtungen deshalb nicht mehr erlaubt.

Laut Verbraucherinformation Bayern fand man Asbest auch dann, wenn der Lieferant Asbestfreiheit zugesichert hatte. Ein fertiger Ofen oder eine Dekofigur ist unbedenklich, Fasern entstehen erst beim Sägen, Feilen und Schleifen.

Göpfersgrün im Fichtelgebirge

Das berühmteste deutsche Vorkommen liegt bei Göpfersgrün und Thiersheim im Landkreis Wunsiedel. Dort entstand der Speckstein anders als in Finnland nicht aus Mantelgestein, sondern durch Umwandlung von Marmor am Kontakt zum Granit. Das Bergwerk Johanneszeche reichte bis 67 Meter Tiefe und wurde 2003 stillgelegt. Sammler kennen Göpfersgrün vor allem für seine Pseudomorphosen, Speckstein in der Form von Quarzkristallen.

Quellen

  1. GTK: Soapstone from eastern Finland, characteristics and use (2018)
  2. Handbook of Mineralogy: Talk (PDF, Mineralogical Society of America)
  3. IFA/DGUV: Asbest in Speckstein, Mattenklott 2007
  4. Verbraucherinformation Bayern: Specksteine
  5. LfU Bayern: Geotop Specksteinbergwerk Johanneszeche Göpfersgrün
  6. DWDS: Speckstein