Baryt

Baryt sieht aus wie ein gewöhnliches helles Mineral, ist aber überraschend schwer. Mit 4,5 g/cm³ liegt seine Dichte deutlich über der von Quarz, obwohl nichts am Aussehen darauf hindeutet.

Baryt: tafelige weiße Kristallplatten, die rosettenförmig zu einer Barytrose verwachsen sind
Die rosettenförmige Verwachsung tafeliger Kristalle heißt Barytrose. Trotz des hellen, leichten Aussehens ist das Stück auffällig schwer. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Das Gewicht als Erkennungsmerkmal

Verantwortlich ist das Barium im Kristallgitter, ein Schwermetall mit hoher Atommasse. Die Härte liegt dagegen niedrig bei 3 bis 3,5, ein Messer ritzt ihn also.

Baryt braust nicht mit Säure auf, was ihn von Calcit trennt, der ähnlich aussehen kann.

Kristallform

Baryt bildet tafelige Kristalle, die häufig rosettenförmig verwachsen. Solche Aggregate heißen Barytrose oder Wüstenrose. Verwechslungsgefahr besteht mit der Gipsrose aus ' . ref('/mineral/gips/', 'Gips') . ', doch das Gewicht klärt das sofort: Gips ist mit 2,3 g/cm³ nur halb so schwer.

Daneben kommen dicktafelige Einzelkristalle und derbe, spätige Massen vor.

Verwendung

Die hohe Dichte ist auch technisch der entscheidende Punkt. Der größte Teil der Weltförderung geht als Beschwerungsmittel in Bohrspülungen der Erdöl- und Erdgasindustrie. Die schwere Spülung hält dem Druck der Lagerstätte entgegen.

In der Medizin dient Bariumsulfat als Röntgenkontrastmittel. Es absorbiert Röntgenstrahlung stark und ist zugleich unlöslich, wird also nicht vom Körper aufgenommen. Lösliche Bariumverbindungen sind dagegen giftig.

Bedeutende Vorkommen in Deutschland liegen im Schwarzwald, im Sauerland und im Harz.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
  2. RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
  3. IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale

Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.