Calcit

Calcit ist das Referenzmineral für Mohshärte 3 und eines der verbreitetsten Minerale überhaupt. Zwei Eigenschaften machen ihn unverwechselbar: Er braust mit Säure auf, und ein klares Stück verdoppelt die Schrift, die darunter liegt.

Calcit: ein durchsichtiges schiefwinkliges Rhomboeder, durch das die hinteren Kanten sichtbar sind
Das Rhomboeder ist deutlich schiefwinklig, kein einziger Winkel beträgt 90 Grad. Genau das unterscheidet es von einem Würfel. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Die Spaltform

Calcit spaltet vollkommen nach drei Richtungen, und zwar so, dass ein Rhomboeder entsteht: ein schiefwinkliger Körper aus sechs Rauten. Zerschlägt man ein Stück, zerfällt es immer wieder in kleinere Rhomboeder derselben Form.

Die Doppelbrechung

Legt man ein klares Calcit-Rhomboeder auf eine Zeitung, erscheint die Schrift doppelt. Das Mineral spaltet einfallendes Licht in zwei Strahlen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit auf.

Dieser Effekt ist bei keinem anderen verbreiteten Mineral so stark ausgeprägt. Klare Stücke aus Island heißen deshalb Doppelspat und waren historisch wichtige optische Bauteile.

Der Säuretest

Calcit besteht aus Calciumcarbonat. Säure setzt daraus Kohlendioxid frei, das als Sprudeln sichtbar wird. Verdünnte Salzsäure wirkt sofort, Haushaltsessig langsamer.

Der Test funktioniert bei allen Gesteinen, die Calcit enthalten, also auch bei Kalkstein und Marmor. Er ist zerstörend und hinterlässt eine matte Stelle.

Vorkommen

Calcit ist überall dort, wo Kalk beteiligt ist: als Hauptbestandteil von Kalkstein und Marmor, als Tropfstein in Höhlen, als Kluftfüllung und in Erzgängen. Auch die Schalen vieler Meerestiere bestehen daraus.

Mit über 800 bekannten Kristallformen gehört Calcit zu den formenreichsten Mineralen überhaupt.

Ein Fossil aus radialstrahligem Calcit, das an der Ostsee jedes Kind kennt, ist der Donnerkeil.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy: Calcit (PDF, Mineralogical Society of America)
  2. RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
  3. IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale