Demantoid

Demantoid ist grüner Andradit, ein Calcium-Eisen-Granat, gefärbt durch Chrom. Sein Name heißt „diamantartig“, und das zu Recht: Er zerlegt das Licht stärker in Spektralfarben als ein Diamant. Berühmt wurde er im Ural und in den Werkstätten Fabergés.

Demantoid: ein rohes Korn mit rhombischen Flächen, daneben ein rund geschliffener Stein, leuchtend gelbgrün, mit feinen goldenen Fasern im Inneren
Die feinen, gebogenen goldfarbenen Fasern im geschliffenen Stein sind der berühmte Pferdeschwanz, Chrysotil-Einschlüsse, die für Demantoid aus Serpentinit typisch sind. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Mehr Feuer als Diamant

Das Farbenspiel eines geschliffenen Steins hängt an seiner Dispersion, also daran, wie stark er weißes Licht in Farben zerlegt. Demantoid erreicht einen Wert von 0,057, Diamant nur 0,044. Dazu kommt ein Glanz zwischen Diamant- und Harzglanz.

Die grüne Farbe kommt vom Chrom, der gelbliche Unterton vom Eisen, das zur Formel des Andradits gehört. Demantoid aus Namibia und Madagaskar enthält weniger Chrom und dafür etwas Vanadium. Behandelt wird er kaum, russische Steine werden selten und nur schwach erhitzt, damit die Einschlüsse erhalten bleiben.

Der Pferdeschwanz

Das bekannteste Erkennungsmerkmal sind feine, gebogene Fasern aus Chrysotil, die von einem Punkt ausgehen und wie ein Pferdeschwanz im Stein liegen. Sie entstehen, wenn Demantoid in Serpentinit wächst. In einer Untersuchung von Demantoiden aus dem Val Malenco in Italien zeigten alle 18 Proben solche Einschlüsse.

Demantoid oder Tsavorit

Der zweite grüne Granat im Handel ist Tsavorit, eine Varietät des Grossulars, entdeckt in den 1960er Jahren in Tansania und später in Kenia nahe dem Tsavo-Nationalpark.

Demantoid im VergleichDemantoidCa3Fe2[SiO4]3
TsavoritCa3Al2[SiO4]3
Lichtbrechung unterscheidet sicher
um 1,888
um 1,740
Pferdeschwanz unterscheidet sicher
häufig, wenn aus Serpentinit
nie
Granatart
Andradit
Grossular
Dichte
3,84 g/cm³
3,61 g/cm³
Farbursache
Chrom
Vanadium, dazu Chrom
Feuer
stark
deutlich schwächer

Ein Pferdeschwanz entscheidet sofort für Demantoid. Ohne Einschluss trennt das Refraktometer: Demantoid liegt jenseits der Skala der meisten Handgeräte, Tsavorit bei 1,74.

Entdeckung im Ural

Um 1853 fanden Kinder aus dem Dorf Elisawetinskoje bei Nischni Tagil grüne Kiesel im Fluss Bobrowka. Am 20. Februar 1864 beschrieb Nils von Nordenskiöld den Stein vor der Mineralogischen Gesellschaft in Sankt Petersburg als chromhaltigen Andradit und schlug den Namen Demantoid vor. Fabergé verarbeitete ihn in seinem Schmuck. Nach der Revolution von 1917 kam der Abbau zum Erliegen.

Fundorte

Die klassischen Vorkommen liegen im Ural bei Nischni Tagil und im Bezirk Sissertsk. Heute kommt Demantoid außerdem aus Namibia, Madagaskar, dem Iran, Italien (Val Malenco), Pakistan und Mexiko.

Quellen

  1. Phillips, Talantsev: Russian Demantoid, Czar of the Garnet Family, Gems & Gemology 1996
  2. CIBJO Retailers’ Reference Guide, Gemstones (2021)
  3. Handbook of Mineralogy: Andradit (PDF, Mineralogical Society of America)
  4. GIA FAQ: Horsetail Inclusions in Garnet
  5. Adamo et al.: Demantoid from Val Malenco, Italy, Gems & Gemology