Galenit
Galenit ist das wichtigste Bleierz und eines der am leichtesten zu erkennenden Minerale überhaupt. Drei Merkmale treffen zusammen: hoher metallischer Glanz, würfelige Spaltbarkeit und ein Gewicht, das jeden überrascht.
Drei eindeutige Merkmale
Die Spaltbarkeit. Galenit spaltet sehr vollkommen nach drei Richtungen im rechten Winkel. Zerschlägt man ein Stück, zerfällt es in kleine Würfel, deren Flächen glatt sind und spiegeln. Die typische Treppenstruktur entsteht dadurch von selbst.
Das Gewicht. Mit 7,2 bis 7,6 g/cm³ ist Galenit fast dreimal so schwer wie Quarz. Ein handgroßes Stück wiegt so viel, dass man unwillkürlich nachfasst.
Der Glanz. Frisch gebrochen zeigt Galenit einen sehr starken Metallglanz in Bleigrau. An der Luft läuft er mit der Zeit matt an.
Mit Mohshärte 2,5 bis 3 ist er zudem weich genug, um sich mit einer Kupfermünze ritzen zu lassen, was ihn von härteren Erzmineralen trennt.
Galenit oder Pyrit
Beide sind Sulfide mit Metallglanz, lassen sich aber leicht trennen:
- Farbe: Galenit bleigrau, Pyrit messinggelb.
- Härte: Galenit 2,5 bis 3 und mit Kupfer ritzbar, Pyrit 6 bis 6,5 und ritzt Glas.
- Bruch: Galenit spaltet in Würfel, Pyrit bricht muschelig.
Blei und Sicherheit
Vorkommen
Galenit entsteht hydrothermal in Erzgängen, oft zusammen mit Sphalerit, Baryt und Fluorit. Er enthält häufig Silber als Beimengung, was ihn historisch doppelt wertvoll machte.
In Deutschland war Galenit die Grundlage des Bergbaus im Harz, im Sauerland und im Erzgebirge. Der Silbergehalt des Rammelsberger Erzes bei Goslar begründete den Reichtum der Region über Jahrhunderte.
Quellen
- Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
- RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
- IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale
Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.