Pyrit

Pyrit ist das Mineral, das seit Jahrhunderten für Gold gehalten wird. Der Spitzname Katzengold hält sich hartnäckig, dabei lassen sich beide mit zwei Handgriffen sicher trennen. Auffällig ist Pyrit vor allem wegen seiner Kristallform: nahezu perfekte Würfel mit feiner Streifung auf den Flächen.

Pyrit: messinggelbe, ineinander verwachsene Würfel mit gestreiften Flächen auf grauem Muttergestein
Verwachsene Würfel auf Matrix. Die feine Streifung verläuft auf benachbarten Flächen jeweils um 90 Grad versetzt, ein Merkmal, das kein anderes gelbes Mineral zeigt. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Woran man Pyrit erkennt

Drei Merkmale zusammen machen Pyrit unverwechselbar.

Die Würfelform. Pyrit kristallisiert kubisch und bildet oft lehrbuchhaft scharfe Würfel, die einzeln oder ineinander verwachsen im Gestein sitzen. Daneben kommen Oktaeder und der sogenannte Pentagondodekaeder vor, ein Körper aus zwölf Fünfecken, der bei Mineralen selten genug ist, um als Erkennungszeichen zu taugen.

Die Streifung. Auf den Würfelflächen liegen feine parallele Riefen. Das Entscheidende: Auf zwei benachbarten Flächen stehen diese Riefen senkrecht zueinander. Kein anderes gelbes Mineral zeigt das.

Die Sprödigkeit. Pyrit ist mit Mohshärte 6 bis 6,5 hart genug, um Fensterglas zu ritzen, zerspringt beim Hammerschlag aber spröde. Genau daran scheitert die Verwechslung mit Gold.

Pyrit oder Gold

PyritFeS2
GoldAu
Strichfarbe unterscheidet sicher
grünlich bis bräunlich schwarz
goldgelb, glänzend
Verhalten unter Druck unterscheidet sicher
zerspringt spröde
lässt sich verformen und plattdrücken
Mohshärte unterscheidet sicher
6 bis 6,5 · ritzt Glas
2,5 bis 3 · mit Kupfer ritzbar
Kristallform
scharfe Würfel mit Streifung
unregelmäßige Körner, Flitter, Nuggets
Dichte
rund 5 g/cm³
rund 19,3 g/cm³, fühlbar schwerer
Farbton
messinggelb, oft leicht grünstichig
warmes, sattes Goldgelb

Der Strichtest entscheidet in Sekunden: Über unglasiertes Porzellan gezogen hinterlässt Pyrit einen dunklen, fast schwarzen Strich, Gold einen goldgelben. Wer kein Porzellan zur Hand hat, drückt mit einer Nadel: Gold gibt nach, Pyrit splittert.

Die Namensherkunft passt zum Verhalten des Minerals. Pyrit kommt vom griechischen pyr für Feuer, weil beim Anschlagen mit Stahl Funken entstehen. Genau dafür wurde er in Steinschlossgewehren und historischen Feuerzeugen genutzt.

Warum Pyrit zerfällt

Praktische Folge: Pyritstufen gehören trocken gelagert, nicht in feuchte Keller. Wer ein befallenes Stück in einer Sammlung hat, sollte es isolieren, weil die freiwerdende Säure benachbarte Etiketten und Kartons angreift.

Derselbe Vorgang hat eine große technische Bedeutung. Wo pyritreiches Gestein im Bergbau an die Luft gerät, entsteht saures Grubenwasser, das Gewässer über Jahrzehnte belasten kann.

Vorkommen und Verwendung

Pyrit ist das häufigste Sulfidmineral überhaupt und praktisch weltweit verbreitet. Er entsteht hydrothermal in Erzgängen, sedimentär in sauerstoffarmen Schlämmen und metamorph in Schiefern. In Kohleflözen tritt er regelmäßig als Begleiter auf, was den Schwefelgehalt der Kohle mitbestimmt.

Als Eisenerz taugt Pyrit wegen des Schwefelgehalts kaum. Wirtschaftlich genutzt wurde er vor allem zur Schwefelsäureherstellung. Heute stammt Schwefel überwiegend aus der Erdgas- und Erdölaufbereitung, weshalb die Pyritförderung stark zurückgegangen ist.

Das Kapitel zu deutschen Fundorten folgt, sobald die Fundort-Recherche eingearbeitet ist.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy: Pyrite (Mineralogical Society of America)
  2. RRUFF-Datenbank: Pyrite, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
  3. IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale

Fachlich zuletzt geprüft am 01.08.2026.