Gips

Gips ist mit Mohshärte 2 so weich, dass ihn der Fingernagel ritzt. Er ist zugleich einer der ältesten Baustoffe der Menschheit, und das liegt an einer Eigenschaft, die er mit kaum einem anderen Mineral teilt.

Gips: zwei tafelige durchscheinende Kristalle, die V-förmig zu einem Schwalbenschwanz-Zwilling verwachsen sind
Der Schwalbenschwanz-Zwilling ist die bekannteste Kristallform des Gipses: zwei Individuen, die spiegelbildlich zusammengewachsen sind. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Woran man ihn erkennt

Der Fingernagel-Test genügt fast: Gips lässt sich mühelos ritzen und definiert Stufe 2 der Mohsskala. Er ist mild statt spröde, biegt sich also eher als zu splittern.

Die Spaltbarkeit nach einer Richtung ist sehr vollkommen, die Spaltflächen glänzen perlmuttartig. Anders als Calcit braust Gips nicht mit Säure auf, was beide sicher trennt.

Die bekannteste Kristallform ist der Schwalbenschwanz-Zwilling: zwei tafelige Kristalle, die spiegelbildlich unter einem Winkel zusammengewachsen sind.

Varietäten

Warum Gips wieder hart wird

Dieselbe Eigenschaft macht Gips zum Brandschutz-Baustoff. Im Feuer gibt eine Gipskartonplatte zunächst ihr Kristallwasser ab und hält die Temperatur dabei lange bei rund 100 °C, bevor sie überhaupt heißer werden kann.

Vorkommen

Gips entsteht durch Verdunstung von Meerwasser in abgeschnürten Buchten. Solche Eindampfungsgesteine heißen Evaporite. In Deutschland gibt es mächtige Gipslager im Harz, in Thüringen und in Niedersachsen.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
  2. RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
  3. IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale

Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.