Magnetit

Magnetit ist das einzige verbreitete Mineral, das von sich aus stark magnetisch ist. Ein Taschenmagnet genügt, um es von allen ähnlich aussehenden Erzen zu trennen. Dazu kommt eine Kristallform, die man selten so klar findet: der Oktaeder, eine Doppelpyramide mit acht Dreiecksflächen.

Magnetit: schwarzer oktaedrischer Kristall mit acht Dreiecksflächen auf grauem Muttergestein
Oktaeder auf Matrix. Diese Form, zwei an der Basis zusammengesetzte vierseitige Pyramiden, ist für Magnetit typisch und hilft schon vor dem Magnettest bei der Bestimmung. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Der Magnettest

Magnetit ist ferrimagnetisch. Ein einfacher Kühlschrankmagnet bleibt an einem handgroßen Stück deutlich spürbar haften, und eine Kompassnadel schlägt in der Nähe aus. Kein anderes häufiges Mineral verhält sich so.

Einzelne Stücke sind sogar selbst dauerhaft magnetisiert und ziehen dann Eisenspäne an. Solche natürlichen Magnete heißen Magneteisenstein und wurden historisch als Kompass genutzt, lange bevor man magnetisierten Stahl herstellen konnte.

Magnetit oder Hämatit

Die beiden häufigsten Eisenoxide sehen sich ähnlich, lassen sich aber in zwei Handgriffen trennen. Die vollständige Gegenüberstellung steht auf der Seite zu Hämatit, hier die Kurzfassung:

Vorkommen

Magnetit ist weit verbreitet. Er tritt als Nebengemengteil in fast allen magmatischen Gesteinen auf, findet sich in metamorphen Schiefern und bildet in Kontaktlagerstätten massige Erzkörper.

Weil er hart, dicht und chemisch widerstandsfähig ist, überdauert er die Verwitterung des umgebenden Gesteins und reichert sich in Sanden an. Der dunkle Saum, der sich an Stränden und in Bachbetten absetzt, besteht oft zu einem guten Teil aus Magnetitkörnern. Mit einem Magnet in einer Plastiktüte lassen sie sich leicht heraussammeln.

Das Kapitel zu deutschen Fundorten folgt, sobald die Fundort-Recherche eingearbeitet ist.

Magnetit in der Natur und Technik

Mit etwa 72 Prozent Eisenanteil ist Magnetit das eisenreichste der wirtschaftlich genutzten Erze. Die großen schwedischen Lagerstätten bei Kiruna gehören zu den bekanntesten Vorkommen.

Bemerkenswert ist sein Vorkommen in Lebewesen. Bestimmte Bakterien bilden Ketten winziger Magnetitkristalle und richten sich damit im Erdmagnetfeld aus. Auch bei Zugvögeln und weiteren Tieren wurde Magnetit nachgewiesen und wird im Zusammenhang mit dem Magnetsinn diskutiert, wobei die genauen Mechanismen weiter erforscht werden.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy: Magnetite (Mineralogical Society of America)
  2. RRUFF-Datenbank: Magnetite, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
  3. IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale

Fachlich zuletzt geprüft am 01.08.2026.