Orthoklas

Orthoklas ist der Kaliumfeldspat und das Referenzmineral für Mohshärte 6. In Graniten sorgt er für die fleischrosa Farbtupfer, die dem Gestein sein bekanntes Aussehen geben.

Orthoklas: zwei lachsrosa Kristalle, die entlang einer ebenen Fläche miteinander verwachsen sind
Ein Karlsbader Zwilling: Zwei Kristalle sind so verwachsen, dass der eine gegenüber dem anderen um 180 Grad gedreht ist. An der Naht knickt die Spiegelung im Licht sichtbar um. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Der Karlsbader Zwilling

Orthoklas bildet häufig Zwillinge: Zwei Kristalle wachsen so zusammen, dass der eine gegenüber dem anderen um 180 Grad gedreht ist. Die bekannteste Form ist der Karlsbader Zwilling, benannt nach dem böhmischen Fundort.

Erkennen lässt er sich, indem man das Stück im Licht dreht. Die beiden Hälften blitzen nicht gleichzeitig auf, weil ihre Spaltflächen unterschiedlich orientiert sind. An der Verwachsungsnaht knickt die Spiegelung sichtbar um.

Orthoklas oder Plagioklas

Die Farbe hilft nur bedingt. Orthoklas ist oft lachsrosa bis fleischfarben, kann aber auch weiß sein. Plagioklas ist meist weiß bis grau, gelegentlich aber ebenfalls rötlich.

Verwendung

Kalifeldspat ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Keramik- und Glasindustrie. Er senkt den Schmelzpunkt der Masse und wirkt als Flussmittel bei der Porzellanherstellung.

Eine schillernde Varietät heißt Mondstein. Der Effekt entsteht durch feinste Entmischungslamellen im Kristall, an denen Licht gestreut wird. Vorsicht bei der Bezeichnung: Vieles, was als Mondstein verkauft wird, ist Kunstglas.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
  2. RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
  3. IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale

Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.