Plagioklas
Plagioklas ist kein einzelnes Mineral, sondern eine lückenlose Mischkristallreihe zwischen zwei Endgliedern. Deshalb schwanken Dichte und Zusammensetzung, während das Aussehen weitgehend gleich bleibt.
Die Mischkristallreihe
Zwischen den Endgliedern Albit, dem Natriumfeldspat, und Anorthit, dem Calciumfeldspat, gibt es jede beliebige Zwischenzusammensetzung. Natrium und Calcium ersetzen einander im Kristallgitter fließend.
Weil Calcium schwerer ist als Natrium, steigt die Dichte mit dem Calciumanteil von 2,61 auf 2,76 g/cm³. Genau deshalb steht in der Infobox eine Spanne und kein Einzelwert.
Die Zwischenglieder haben eigene Namen: Oligoklas, Andesin, Labradorit und Bytownit. Sie sind reine Zusammensetzungsbereiche, keine eigenständigen Minerale.
Die Zwillingsstreifung
Sichtbar wird die Streifung, wenn man das Stück so dreht, dass eine Spaltfläche das Licht reflektiert. Eine Lupe hilft, mit bloßem Auge ist sie oft zu fein.
Bedeutung im Gestein
Plagioklas ist in fast allen magmatischen Gesteinen vertreten, in Basalt und Gabbro sogar als Hauptbestandteil. Der Calciumanteil verrät dabei etwas über die Schmelze: Calciumreiche Plagioklase kristallisieren früh und bei hoher Temperatur, natriumreiche später.
Diese Abfolge ist der kontinuierliche Ast der Bowenschen Reaktionsreihe, die unter Silikate eingeordnet ist.
Labradorit zeigt oft ein blaues bis grünes Schillern, das Labradoreszenz heißt und wie beim ' . ref('/mineral/opal/', 'Opal') . ' auf Lichtbeugung beruht, nicht auf Pigmenten.
Quellen
- Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
- RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
- IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale
Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.
