Peridot

Peridot ist Olivin in Schmuckqualität, ein Magnesium-Eisen-Silikat aus dem Erdmantel. Sein Gelbgrün kommt vom Eisen. Er ist einer der wenigen Edelsteine, die praktisch nie behandelt werden, und einer der ganz wenigen, die man auch in Meteoriten findet.

Olivin aus dem Erdmantel

Peridot ist keine eigene Mineralart, sondern die Schmuckqualität von Olivin, einer Mischreihe zwischen dem Magnesiumsilikat Forsterit und dem Eisensilikat Fayalit. Die meisten Peridote liegen nahe am Forsterit. Die Farbe kommt vom Eisen: je mehr davon, desto satter und dunkler das Grün.

Olivin ist das häufigste Mineral des oberen Erdmantels. Nach oben gelangt er als Brocken, die ein aufsteigendes Magma aus der Tiefe mitreißt. So sitzen die Peridote von Peridot Mesa in Arizona in Blasen und Einschlüssen von Basalt. Behandlungen sind bei Peridot keine bekannt.

Doppelte Kanten

Peridot bricht das Licht sehr stark doppelt, mit einem Unterschied der beiden Brechzahlen von 0,035 bis 0,038. Schaut man durch die Tafel eines geschliffenen Steins, erscheinen die hinteren Facettenkanten deutlich verdoppelt. Grünes Glas, die häufigste Imitation, bricht einfach und zeigt das nicht. Auch synthetischer Spinell wird als Ersatz verwendet.

Typisch für natürlichen Peridot sind sogenannte Seerosenblätter: kleine, scheibenförmige Spannungsrisse rund um winzige Chromit- oder Biotitkörner.

Die Peridote im Kölner Dom

Am Dreikönigsschrein im Kölner Dom sitzen große grüne Steine, die lange als Smaragde galten. Es sind Peridote. Im Mittelalter wurden die beiden Steine häufig verwechselt, und in der Antike hieß Peridot noch einmal anders: Die Ägypter bauten ihn auf der Insel Zabargad im Roten Meer ab, die damals Topazios hieß, und der Stein lief unter dem Namen Topas. Dass Kleopatras Smaragde in Wahrheit Peridote waren, vermuten manche Historiker, belegt ist es nicht.

Peridot aus dem All

Peridot gehört zu den ganz wenigen Edelsteinen, die auch außerhalb der Erde vorkommen. In Pallasiten, einer seltenen Gruppe von Stein-Eisen-Meteoriten, stecken Olivinkristalle in einer Metallmatrix. An Peridoten aus dem Pallasit von Esquel, 1951 in Argentinien gefunden, zeigte Gems & Gemology 2011, dass sich solche Peridote an ihren Spurenelementen, etwa Nickel, Mangan und Lithium, von irdischen unterscheiden lassen.

Ein irdisches Naturschauspiel ist der grüne Strand von Papakōlea auf Hawaii. Der Vulkankegel dahinter besteht aus olivinreichem Gestein, und weil Olivin schwerer ist als die übrigen Körner, reichert die Brandung ihn am Strand an.

Fundorte

Zabargad ist die klassische Quelle, heute aber ohne kommerzielle Förderung. Wichtige Vorkommen liegen in Myanmar (Mogok), in Pakistan (Sapat im Kohistan), in Arizona (Peridot Mesa bei San Carlos) sowie in China und Vietnam. In Deutschland ist Olivin aus der Eifel bekannt, etwa vom Forstberg, dort meist als Körner in vulkanischen Auswürflingen.

Quellen

  1. GIA: Peridot, Beschreibung und Geschichte
  2. CIBJO Retailers’ Reference Guide, Gemstones (2021)
  3. Handbook of Mineralogy: Forsterit (PDF, Mineralogical Society of America)
  4. Shen et al.: Identification of Extraterrestrial Peridot, Gems & Gemology 2011
  5. USGS Volcano Watch: Origins of Puʻu Mahana
  6. GIA: Gem Imitation