Serpentin
Serpentin ist keine einzelne Art, sondern eine Gruppe, die durch Umwandlung von Olivin entsteht. Der Name geht auf die schlangenhautartige Zeichnung zurück. Ein Teil der Gruppe hat allerdings einen zweifelhaften Ruf, denn dazu gehört auch Asbest.
Serpentinisierung
Dringt Wasser in olivinreiches Mantelgestein ein, wandelt sich ' . ref('/mineral/olivin/', 'Olivin') . ' zu Serpentin um. Dieser Vorgang heißt Serpentinisierung und läuft in großem Maßstab dort ab, wo Meerwasser durch Spalten in die ozeanische Kruste gelangt.
Dabei nimmt das Gestein Wasser auf und dehnt sich um bis zu 40 Prozent aus. Der Druck sprengt das umgebende Material auf und schafft neue Wege für weiteres Wasser, der Vorgang beschleunigt sich also selbst.
Nebenbei entsteht Wasserstoff, der Lebensgemeinschaften am Meeresboden versorgt. Diese Systeme gelten als mögliches Modell für die Entstehung des Lebens.
Woran man ihn erkennt
Serpentin ist grün in allen Schattierungen, oft gefleckt oder geadert. Die Oberfläche glänzt wachsartig bis seidig, nicht glasig. Mit Mohshärte 2,5 bis 4 lässt er sich mit einem Messer ritzen.
Er fühlt sich glatt an, aber weniger seifig als ' . ref('/mineral/talk/', 'Talk') . ', der zudem deutlich weicher ist.
Die Sache mit dem Asbest
Die dichte, gut polierbare Varietät heißt Serpentinit und wird als Dekorstein verwendet, im Handel oft irreführend als grüner Marmor bezeichnet. Mit Marmor hat er nichts zu tun, schon der Säuretest trennt beide: Serpentin braust nicht auf.
Quellen
- Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
- RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
- IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale
Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.
