Kalkstein

Kalkstein ist das Gestein, das sich am einfachsten von allen bestimmen lässt: Ein Tropfen Säure genügt, und es braust auf. Kein anderes verbreitetes Gestein zeigt diese Reaktion so deutlich.

Kalkstein: helles, dicht wirkendes Handstück mit zwei sichtbaren Fossilabdrücken auf der Bruchfläche
Auf der Bruchfläche sind Reste von Schalen zu erkennen. Solche Fossilien sind bei Kalkstein häufig und schließen zugleich eine Verwechslung mit Marmor aus, bei dem sie durch die Umwandlung zerstört wären. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Der Säuretest

Kalkstein besteht überwiegend aus Calcit, also aus Calciumcarbonat. Trifft Säure darauf, entsteht Kohlendioxid, das als feines Sprudeln sichtbar wird. Verdünnte Salzsäure wirkt sofort und deutlich, Haushaltsessig langsamer, aber ebenfalls erkennbar.

Ergänzend hilft die Härte: Mit Mohshärte 3 lässt sich Kalkstein mit einer Kupfermünze ritzen. Wie sich das einordnet, steht unter Mohshärte.

Wie Kalkstein entsteht

Der größte Teil des Kalksteins ist biologischen Ursprungs. In warmen, flachen Meeren bauen Korallen, Muscheln, Schnecken und mikroskopische Algen ihre Schalen aus Calcit auf. Sterben sie ab, sinken die Reste zu Boden und bilden über Jahrmillionen mächtige Lagen, die unter dem Druck darüberliegender Schichten verfestigen.

Deshalb enthält Kalkstein häufig gut erhaltene Fossilien. Manche Vorkommen bestehen fast vollständig aus erkennbaren Schalenresten, andere aus feinstem Kalkschlamm, in dem sich sogar Abdrücke von Weichteilen erhalten haben.

Ein kleinerer Teil entsteht rein chemisch durch Ausfällung aus kalkhaltigem Wasser, etwa als Kalksinter an Quellen oder als Tropfstein in Höhlen.

Kalkstein oder Marmor

Beide bestehen aus Calcit und reagieren identisch auf Säure. Der Säuretest hilft hier also nicht weiter. Die vollständige Gegenüberstellung steht auf der Seite zu Marmor. Kurz gefasst:

Vorkommen und Verwendung

Kalkstein ist eines der verbreitetsten Sedimentgesteine überhaupt. In Deutschland bildet er die Schwäbische und Fränkische Alb, große Teile der Nördlichen Kalkalpen und Teile des Muschelkalks in Mitteldeutschland.

Wirtschaftlich ist er unverzichtbar: Kalkstein ist der Hauptrohstoff für Zement, dient als Zuschlag in der Stahlherstellung und wird zu Branntkalk gebrannt. Die Größenordnungen der Zementproduktion stehen unter Silikate.

Weil er wasserlöslich ist, entstehen in Kalkgebieten Höhlen, Dolinen und unterirdische Flussläufe. Diese als Karst bezeichneten Landschaftsformen gibt es nur dort, wo Kalkstein ansteht.

Quellen

  1. Geowiki der LMU München: Gesteinssystematik
  2. Mineralienatlas: Gesteinsdaten
  3. Handbook of Mineralogy: Calcite (Mineralogical Society of America)

Fachlich zuletzt geprüft am 01.08.2026.