Quarzit

Quarzit ist metamorph überprägter Sandstein. Unter Druck und Hitze verwachsen die einzelnen Quarzkörner so vollständig miteinander, dass die Korngrenzen verschwinden. Daran erkennt man ihn: Der Bruch läuft durch die Körner hindurch, nicht darum herum.

Quarzit: helles, kompaktes Handstück mit glasig wirkender Bruchfläche ohne erkennbare Einzelkörner
Die Bruchfläche wirkt glasig und geschlossen. Anders als bei Sandstein sind keine einzelnen Körner zu erkennen, weil sie beim Umkristallisieren verwachsen sind. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Der entscheidende Bruchtest

Sandstein und Quarzit bestehen beide fast nur aus Quarz. Der Unterschied zeigt sich erst beim Zerschlagen.

QuarzitMetamorph
SandsteinSedimentär
Bruchverlauf unterscheidet sicher
quer durch die Körner hindurch
um die Körner herum, entlang des Bindemittels
Bruchfläche unterscheidet sicher
glasig, geschlossen
körnig, rau
Einzelkörner
nicht mehr erkennbar
mit bloßem Auge sichtbar
Mohshärte
7, ritzt Glas
je nach Bindemittel, meist geringer
Abfärben
nein
bei weichen Sorten ja
Schichtung
oft verwischt
meist deutlich

Ein Hammerschlag genügt: Splittert das Gestein glasig und quer durch alles hindurch, ist es Quarzit. Bröselt es in einzelne Sandkörner, ist es Sandstein.

Warum Quarzit so widerstandsfähig ist

Bei einem Sandstein sitzt zwischen den Körnern ein Bindemittel, das schwächer ist als der Quarz selbst. Genau dort setzt Verwitterung an. Beim Quarzit gibt es diese Schwachstelle nicht mehr, die Körner sind direkt miteinander verwachsen.

Das Ergebnis ist ein Gestein, das chemisch praktisch unangreifbar und mechanisch außergewöhnlich zäh ist. Quarzit übersteht Verwitterung, die alles um ihn herum abträgt. Deshalb bilden Quarzitzüge in Mittelgebirgen oft schmale Rücken und Klippen, während die Umgebung längst eingeebnet ist.

Mit Mohshärte 7 ritzt er Fensterglas mühelos. Wie sich das einordnet, steht unter Mohshärte.

Vorkommen und Verwendung

Quarzit entsteht überall dort, wo Sandsteinlagen in eine Gebirgsbildung geraten. In Deutschland tritt er unter anderem im Taunus, im Hunsrück und im Thüringer Wald auf, wo er die widerstandsfähigen Höhenzüge bildet.

Wegen seiner Härte wird Quarzit als Schotter, als Wasserbaustein und als Bodenbelag in stark beanspruchten Bereichen eingesetzt. Sehr reine Vorkommen dienen als Rohstoff für die Glasherstellung und für feuerfeste Steine.

Wo Quarzit im Zusammenspiel der Gesteine steht, ist unter Gesteinskreislauf beschrieben.

Quellen

  1. Geowiki der LMU München: Gesteinssystematik
  2. Mineralienatlas: Gesteinsdaten
  3. Handbook of Mineralogy: Quartz (Mineralogical Society of America)

Fachlich zuletzt geprüft am 01.08.2026.