Aragonit
Aragonit ist chemisch dasselbe wie Calcit, nämlich Calciumkarbonat, aber in einem anderen Kristallgitter gepackt. Dadurch ist er härter und dichter. Aus Aragonit bestehen Perlmutt, die Eisenblüte vom steirischen Erzberg und der Karlsbader Sprudelstein.
Gleiche Chemie, anderes Gitter
Calciumkarbonat kann in drei verschiedenen Kristallgittern auftreten: als Calcit, als Aragonit und als seltener Vaterit. Aragonit ist rhombisch, dichter gepackt und deshalb schwerer und etwas härter als Calcit. An der Erdoberfläche ist er aber nicht dauerhaft stabil und wandelt sich über geologische Zeiträume in Calcit um.
Aragonit bildet gern schlanke, nadelige Kristalle, die zu Büscheln zusammenstehen. Typisch sind auch Drillinge, bei denen drei Kristalle so verwachsen, dass sie wie ein sechsseitiges Prisma aussehen. Unter UV-Licht fluoresziert Aragonit oft rot oder gelb.
Aragonit oder Calcit
- Spaltbarkeit unterscheidet sicher
- nur eine deutliche Richtung
- vollkommen nach dem Rhomboeder, drei Richtungen
- Kristallform unterscheidet sicher
- Nadeln, pseudohexagonale Drillinge
- Rhomboeder, Skalenoeder
- Dichte
- 2,95 g/cm³
- um 2,71 g/cm³
- Mohshärte
- 3,5 bis 4
- 3
- mit Salzsäure
- braust
- braust
Die Spaltbarkeit entscheidet: Calcit zerfällt beim Zerschlagen in lauter kleine Rhomboeder, Aragonit nicht. Der Säuretest hilft hier nicht, beide brausen.
Perlmutt, Eisenblüte, Sprudelstein
Perlmutt besteht aus Aragonit und dem Eiweiß Conchiolin. Laut Gems & Gemology liegen die Aragonitplättchen darin wie Ziegel, das Eiweiß wirkt wie Mörtel. Auch die Oberfläche von Perlen besteht aus solchem Perlmutt.
Die Eisenblüte ist eine korallenartig verzweigte Form von Aragonit aus den Klüften des Spateisensteins am Erzberg in der Steiermark. Das Naturhistorische Museum Wien zeigt eine Stufe von 40 mal 32 Zentimetern.
Der Karlsbader Sprudelstein ist Aragonitsinter aus den heißen Quellen von Karlovy Vary in Tschechien, durch Eisen- und Manganoxide gebändert. Eine Sonderform ist der Erbsenstein aus runden, schalig aufgebauten Körnern.
Der Name und ein Ort in Kastilien
Abraham Gottlob Werner benannte das Mineral 1797 nach seinem ersten Fundort, Molina de Aragón. Der Ort liegt allerdings nicht in der Region Aragonien, sondern in der Provinz Guadalajara in Kastilien-La Mancha. Der Name führt also leicht in die Irre.
