Citrin
Citrin ist die gelbe Varietät des Quarzes und in der Natur ausgesprochen selten. Fast alles, was unter diesem Namen verkauft wird, ist gebrannter Amethyst. Das ist im Handel erlaubt, aber gut zu wissen.
Der Fall Citrin
Die Angaben in der Fachliteratur schwanken zwischen 90 und 99 Prozent, eine belastbare Statistik gibt es nicht. Unstrittig ist der Befund selbst: Der weit überwiegende Teil des Handelsmaterials ist erhitzter Amethyst.
Woran man den Unterschied erkennt
- Form: Natürlicher Citrin wächst nie als Druse. Zeigt ein Stück die typische Amethyst-Drusenform mit dicht stehenden Spitzen auf einer Kruste, ist es gebrannt.
- Farbe: Natürlicher Citrin ist blass strohgelb bis champagnerfarben mit bräunlichem Unterton. Kräftiges Orange oder Neongelb spricht für Hitze.
- Farbverlauf: Natürlich verläuft die Farbe weich. Gebrannter Amethyst zeigt oft einen harten Übergang zwischen weißem Sockel und farbiger Spitze.
- Art der Ware: Natürlicher Citrin landet praktisch nie in Trommelstein-Tüten oder Gummiband-Armbändern, dafür ist das Rohmaterial zu teuer.
Der zuverlässigste zerstörungsfreie Test läuft über das Dichroskop: Natürlicher Citrin zeigt zwei leicht verschiedene Gelbtöne, hitzebehandelter Amethyst nur einen, weil die Hitze den Pleochroismus zerstört.
Auch Goldtopas ist Citrin
Der Handelsname Goldtopas meint in aller Regel Citrin und hat mit Topas nichts zu tun. Die Unterscheidung gelingt über die Härte, Topas erreicht 8, sowie über die vollkommene Spaltbarkeit des Topas, die Quarz nicht besitzt.
Quellen
- Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
- RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
- IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale
Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.
