Dolomit
Dolomit ist ein Karbonat aus Calcium und Magnesium und zugleich der Name des Gesteins, das zum größten Teil daraus besteht. Mit kalter, verdünnter Säure braust er kaum, das trennt ihn sicher vom Calcit. Nach ihm ist ein ganzes Gebirge benannt.
Der Säuretest
Wie Calcit ist Dolomit ein Karbonat, aber mit Magnesium im Gitter. Das macht ihn widerstandsfähiger gegen Säure. Kalte, verdünnte Salzsäure bringt Calcit sofort zum Brausen, Dolomit reagiert kaum. Erst als feines Pulver oder mit warmer Säure setzt er Kohlendioxid frei.
Genau das fiel schon seinem Entdecker auf: Déodat de Dolomieu beschrieb 1791 einen „Kalkstein, der mit Säuren nur sehr wenig aufbraust“ und beim Anschlagen aufleuchtet. Das Aufleuchten beim Schlag, die Tribolumineszenz, zeigt Dolomit tatsächlich.
Dolomit oder Calcit
- kalte verdünnte Salzsäure unterscheidet sicher
- kaum Reaktion
- braust kräftig
- Kristallform unterscheidet sicher
- oft sattelförmig gekrümmt
- ebene Rhomboeder und Skalenoeder
- Dichte
- 2,86 g/cm³
- um 2,71 g/cm³
- Mohshärte
- 3,5 bis 4
- 3
- Spaltbarkeit
- vollkommen, rhomboedrisch
- vollkommen, rhomboedrisch
Ein Tropfen kalter verdünnter Säure genügt. Braust es sofort, ist es Calcit. Bleibt es ruhig und braust erst das abgeschabte Pulver, ist es Dolomit.
Dolomieu, Saussure und die Dolomiten
Dolomieu veröffentlichte seine Beobachtung im Juli 1791 im Journal de Physique. Den Namen „dolomie“ prägte allerdings nicht er selbst, sondern ein Jahr später der Genfer Naturforscher Théodore de Saussure, zu Ehren Dolomieus. Nach dem Gestein wurden später die Dolomiten in Südtirol benannt.
Das Handbook of Mineralogy unterscheidet das Mineral Dolomit vom Gestein, das im Englischen Dolostone heißt. Im Deutschen tragen beide denselben Namen. In Deutschland ist Dolomit als Mineral etwa aus Freiberg und Schneeberg in Sachsen bekannt.
Das Dolomitproblem
Dolomitgesteine bilden mächtige Schichten, die sich durch die ganze Erdgeschichte ziehen. Heute aber entsteht in der Natur kaum Dolomit, und lange ließ er sich auch im Labor unter meerwasserähnlichen Bedingungen nicht herstellen. Geologen nennen das das Dolomitproblem.
Quellen
- Handbook of Mineralogy: Dolomit (PDF, Mineralogical Society of America)
- Handbook of Mineralogy: Calcit (PDF, Mineralogical Society of America)
- Bourrouilh-Le Jan: Dolomieu et la dolomie, COFRHIGEO 1996
- USGS Open-File Report 75-92: The Dolomite Problem
- Kim et al.: Dissolution enables dolomite crystal growth, Science 382 (2023)
