Fluorit
Fluorit kommt in fast jeder Farbe vor, was ihn zu einem der beliebtesten Sammlermineralien macht und zugleich zur Verwechslungsfalle. Zwei Eigenschaften machen ihn trotzdem leicht bestimmbar: die Würfelform und die Härte 4, mit der er auf der Mohs-Skala das Referenzmineral stellt.
Die vier Spaltrichtungen
Fluorit wächst als Würfel, spaltet aber nach dem Oktaeder. Das klingt widersprüchlich, ist aber der Schlüssel zu seiner Bestimmung: Im Kristallgitter liegen vier Ebenen, entlang derer die Bindungen besonders schwach sind. Mit etwas Druck lassen sich deshalb von einem Würfel die Ecken sauber abtrennen, bis ein Oktaeder übrig bleibt.
Sammlerstücke in perfekter Oktaederform sind daher oft nicht gewachsen, sondern gespalten. Die typischen kleinen Achtflächner aus dem Mineralienhandel stammen fast durchweg aus Spaltarbeit.

Woher die Farben kommen
Reines Calciumfluorid ist farblos. Die Farbpalette von Fluorit, die von Grün über Violett und Blau bis Gelb und Rosa reicht, entsteht durch Gitterbaufehler und Spurenelemente wie Seltene Erden.
Häufig ist ein Stück zoniert: Ein Würfel kann außen violett und innen grün sein, weil sich die Bedingungen während des Wachstums geändert haben. Bei durchscheinenden Kristallen sieht man diese Zonen von außen als geometrische Schichten.
Fluoreszenz
Der Begriff Fluoreszenz ist nach diesem Mineral benannt. Viele, aber nicht alle Fluorite leuchten unter UV-Licht auf, meist kräftig blau. Verantwortlich sind Spuren von Europium und anderen Seltenen Erden im Gitter.
Für die Bestimmung ist das ein nützliches Zusatzmerkmal, aber kein Beweis: Ein Fluorit, der nicht fluoresziert, bleibt Fluorit. Umgekehrt fluoreszieren auch andere Minerale, etwa manche Calcite.
Fluorit oder Amethyst
Violetter Fluorit wird regelmäßig als Amethyst angeboten. Der Härtetest entscheidet.
- Mohshärte unterscheidet sicher
- 4 · wird von Glas geritzt
- 7 · ritzt Glas
- Kristallform unterscheidet sicher
- Würfel oder Oktaeder
- sechsseitiges Prisma mit Spitze
- Spaltbarkeit unterscheidet sicher
- sehr vollkommen, vier Richtungen
- keine, muscheliger Bruch
- Dichte
- 3,00 bis 3,25 g/cm³
- 2,65 g/cm³
- unter UV-Licht
- oft kräftig blau
- in aller Regel keine Reaktion
- Kristallsystem
- kubisch
- trigonal
Was Fensterglas ritzt, ist kein Fluorit. Und wo ebene Spaltflächen zu sehen sind, die sich in vier Richtungen fortsetzen, ist es kein Quarz.
Verwendung
Fluorit ist der wichtigste Rohstoff für Flusssäure und damit Ausgangspunkt der gesamten Fluorchemie. In der Stahlindustrie dient er als Flussmittel, weil er den Schmelzpunkt der Schlacke senkt. Daher stammt auch der deutsche Name Flussspat.
Optisch reine Kristalle werden zu Linsen verarbeitet. Fluorit bricht Licht kaum in seine Farben auf, was ihn für hochwertige Objektive und für Anwendungen im UV-Bereich interessant macht.
Das Kapitel zu deutschen Fundorten folgt, sobald die Fundort-Recherche eingearbeitet ist.


