Pyrop

Pyrop ist der Magnesium-Granat und der Stein hinter dem Böhmischen Granat, der im 19. Jahrhundert ganz Europa schmückte. Sein tiefes Rot kommt von Eisen und Chrom. Weil er in der Tiefe des Erdmantels entsteht, zeigt er Diamantsuchern, wo sich das Graben lohnt.

Ein Granat unter vielen

Granat ist kein einzelnes Mineral, sondern eine Gruppe. Pyrop ist das Glied mit Magnesium und Aluminium. Zwischen ihm und dem eisenreichen Almandin gibt es jede Zwischenstufe, und die meisten roten Granate im Handel liegen irgendwo dazwischen. Die violettrote Mischung heißt Rhodolith.

Reiner Pyrop wäre farblos. Das Rot kommt von Eisen und Chrom, die Mischung macht den typischen, fast schwarzroten Ton mancher Steine. Granat gehört zu den wenigen Edelsteinen, die kaum behandelt werden. Der Name kommt vom griechischen pyropos, feurig.

Der Böhmische Granat

Um 1500 wurden im Böhmischen Mittelgebirge im heutigen Tschechien Granate entdeckt, Georgius Agricola erwähnte sie 1546. Der Abbau begann im 16. Jahrhundert, seine Blütezeit erlebte er im 19. Jahrhundert, als Schmuck aus dicht an dicht gefassten roten Steinen in Mode war. Zentrum der Verarbeitung war Turnov.

Die böhmischen Pyrope sind klein, meist nur bis etwa sechs Millimeter, und werden aus Sedimenten gewaschen. Ursprünglich stammen sie aus serpentinisiertem Peridotit, also aus umgewandeltem Mantelgestein.

Wegweiser zum Diamanten

Pyrop, vor allem der chromreiche, entsteht unter Drücken, wie sie tief im Erdmantel herrschen. Er kommt deshalb im Kimberlit vor, dem Gestein, das auch Diamanten nach oben bringt. Chrompyrop ist für Diamantsucher ein Indikatormineral: Wo er in Bachsedimenten auftaucht, lohnt es sich, nach dem Kimberlit zu suchen, aus dem er stammt.

Imitationen

Schon früh wurden rote Glassteine als Ersatz für böhmische Granate verwendet, ein Beispiel findet sich an einem Glaspokal einer Passauer Sammlung. Glas ist leichter, wärmer und zeigt oft runde Gasbläschen. Oft verwechselt wird Granat mit Rubin und Spinell, den Namen Karfunkel trugen früher alle roten Steine gemeinsam.

Fundorte

Klassisch sind die Vorkommen im Böhmischen Mittelgebirge um Měrunice. Pyrop kommt außerdem aus den Diamantminen bei Kimberley in Südafrika, aus Tansania, Arizona und Australien. In Deutschland ist er bei Zöblitz und Greifendorf in Sachsen nachgewiesen, im Zusammenhang mit dem dortigen Serpentinit.

Quellen

  1. GIA: Garnet, Beschreibung und Geschichte
  2. CIBJO Retailers’ Reference Guide, Gemstones (2021)
  3. Handbook of Mineralogy: Pyrop (PDF, Mineralogical Society of America)
  4. GIA Reading List: Red Pyrope Garnets from Bohemia
  5. Gems & Gemology 2023: Bohemian Garnet