Rutilquarz

Rutilquarz ist klarer Quarz, durch den sich feine, meist goldfarbene Nadeln ziehen. Die Nadeln sind kein Gold, sondern Rutil, ein Titanoxid. Sie sind entweder zusammen mit dem Quarz gewachsen oder später aus ihm ausgeschieden worden.

Kein Gold, sondern Titan

Rutil ist Titandioxid, TiO2, mit einer Härte von 6 bis 6,5 und einer Dichte von 4,23. Der Name kommt vom lateinischen rutilus, rötlich. Im Quarz bildet er haarfeine Nadeln, je nach Eisengehalt goldgelb, kupferfarben oder rotbraun. Die CIBJO führt solche Steine unter dem Sammelbegriff sagenitischer Quarz.

Manchmal ordnen sich die Nadeln geometrisch: Sie strahlen dann sternförmig in sechs Richtungen von einem Hämatitkristall aus, dessen Gitter ihnen die Richtung vorgibt. Das ist eine der schönsten Verwachsungen der Mineralwelt.

Wie die Nadeln in den Quarz kommen

Es gibt zwei Wege. Beim ersten wachsen Rutil und Quarz gleichzeitig aus derselben Lösung, und der Quarz umschließt die bereits vorhandenen Nadeln. Beim zweiten enthält der Quarz bei hoher Temperatur etwas Titan im Gitter, das beim Abkühlen nicht mehr hineinpasst und sich als Rutil ausscheidet. Beide Wege sind in der Fachliteratur belegt.

Rutil, Turmalin oder Goethit

Nicht jede Nadel im Quarz ist Rutil. Schwarze, kräftigere Nadeln sind meist Schörl, der schwarze Turmalin, der Stein heißt dann Turmalinquarz. Feinere braune bis rötliche Büschel können Goethit sein, ein Eisenhydroxid. Rutilnadeln sind in der Regel gerade, glänzen metallisch und haben einen goldenen bis rötlichen Ton. Die Messwerte des Steins sind die des Quarzes: Härte 7, Dichte um 2,65, Lichtbrechung 1,544 bis 1,553.

Quellen

  1. CIBJO Retailers’ Reference Guide, Gemstones (2021)
  2. Handbook of Mineralogy: Quarz (PDF, Mineralogical Society of America)
  3. Handbook of Mineralogy: Rutil (PDF, Mineralogical Society of America)
  4. Thomas, Nachlas: Discontinuous precipitation of rutilated quartz, Contributions to Mineralogy and Petrology (2020)