Quarz
Quarz ist das häufigste Mineral der Erdkruste und zugleich eines der vielseitigsten. Er kommt farblos, violett, rosa, braun und gelb vor, klar oder milchig, als handgroßer Kristall oder als derbe Masse. Chemisch ist das alles derselbe Stoff.
Woran man Quarz erkennt
Drei Merkmale treten immer zusammen auf. Quarz ritzt Fensterglas mühelos, denn mit Mohshärte 7 liegt er darüber. Er hat keine Spaltbarkeit und bricht muschelig, also in glatten, leicht gekrümmten Flächen mit konzentrischen Rippeln. Und wo Kristallflächen ausgebildet sind, zeigt er ein sechsseitiges Prisma mit Rhomboeder-Spitze, meist mit feiner waagerechter Riefung.
Der fehlende Spaltbruch hat einen Grund im Bau: Das Gerüst aus SiO₄-Tetraedern ist in alle Raumrichtungen gleich fest gebunden, es gibt also keine bevorzugte Bruchebene. Mehr dazu unter Silikate.
Die Varietäten
Die Farbvarietäten haben eigene Namen, sind aber alle Quarz mit identischer Formel, Härte und Dichte. In der IMA-Liste tauchen sie nicht als eigene Arten auf.
| Name | Farbe | Ursache |
|---|---|---|
| Bergkristall | farblos, klar | ohne Farbträger |
| Amethyst | violett | Eisen und natürliche Strahlung |
| Rosenquarz | blassrosa | faserige Mikroeinschlüsse |
| Rauchquarz | braun bis grau | Aluminium und Strahlung |
| Citrin | gelb | Eisen, meist durch Brennen erzeugt |
Daneben gibt es die mikrokristallinen Formen, bei denen die Kristalle so klein sind, dass man sie nicht mehr einzeln sieht: Chalcedon, Achat und Jaspis.
Warum Quarz überall ist
Quarz ist chemisch außerordentlich beständig. Während Feldspäte und Glimmer an der Oberfläche zu Tonmineralen zerfallen, übersteht er die Verwitterung nahezu unverändert. Deshalb reichert er sich an: Sand besteht überwiegend aus Quarzkörnern, und daraus wird später Sandstein.
Technisch nutzt man seine Piezoelektrizität. Unter Druck baut ein Quarzkristall eine elektrische Spannung auf, und umgekehrt schwingt er unter Wechselspannung sehr genau. Darauf beruht die Quarzuhr.
Quellen
- Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
- RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
- IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale
Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.
