Eklogit
Eklogit ist eines der dichtesten Gesteine der Erdkruste und entsteht nur unter extremem Druck. Er sieht auffällig aus: leuchtend rote Granate in einer grasgrünen Grundmasse. Und er hat eine Rolle, die weit über sein Aussehen hinausgeht, denn seine Dichte hält die Subduktion in Gang.
Woran man Eklogit erkennt
Die Farbkombination ist unverwechselbar. Rote Granat-Kristalle sitzen in einer grünen Masse aus Omphacit, einem natriumreichen Pyroxen. Beides zusammen kommt in keinem anderen Gestein vor.
Dazu kommt das Gewicht. Mit 3,4 bis 3,6 g/cm³ ist Eklogit deutlich schwerer als fast alle Gesteine der Erdkruste. Ein Handstück fühlt sich spürbar schwerer an, als es aussieht. Quarz fehlt vollständig.
Warum Eklogit die Subduktion antreibt
Eklogit entsteht aus Basalt und Gabbro, also aus ozeanischer Kruste, wenn diese in einer Subduktionszone in die Tiefe gerät. Bei über 1,2 Gigapascal ordnen sich die Minerale zu dichteren Phasen um, ohne dass das Gestein schmilzt.
Wann genau die Umwandlung einsetzt, hängt von der Temperatur der jeweiligen Zone ab. In warmen Subduktionszonen entsteht Eklogit bereits ab etwa 50 bis 60 Kilometern Tiefe, in kalten erst ab 80 bis 100 Kilometern. Davor durchläuft das Gestein die Blauschieferfazies.
Wie er an die Oberfläche kommt
Ein Gestein, das in 100 Kilometern Tiefe entsteht und dichter ist als sein Umfeld, müsste eigentlich dort bleiben. Dass Eklogit trotzdem an der Oberfläche gefunden wird, gehört zu den bemerkenswerteren Beobachtungen der Petrologie.
Der Aufstieg erfolgt, wenn Eklogit in leichteres Material eingebettet ist, das ihn wie ein Auftriebskörper mitnimmt, oder wenn ganze Krustenpakete bei einer Kollision wieder herausgehoben werden. Solche Vorkommen sind Fenster in Tiefen, die sonst unzugänglich bleiben.
Manche Eklogite enthalten Coesit oder sogar Diamant, Hochdruckformen, die Rückschlüsse auf Tiefen von über 100 Kilometern erlauben.
Vorkommen
Eklogit ist selten und tritt fast nur in alten Kollisionszonen auf. Bekannte Vorkommen liegen in Norwegen, in den Westalpen und in China.
In Deutschland sind zwei Gebiete einschlägig: das Münchberger Gneisgebiet in Oberfranken und das Erzgebirge, wo im Raum Saidenbach Eklogite mit Mikrodiamanten gefunden wurden. Beide sind Reste der variszischen Gebirgsbildung, bei der Krustenmaterial in große Tiefe versenkt und später wieder herausgehoben wurde.
International gehören die Westgneis-Region in Norwegen, die Zone Zermatt-Saas in den Westalpen und der Dabie Shan in China zu den bekanntesten Vorkommen. Die norwegischen und chinesischen Eklogite sind zugleich die Fundstellen, an denen Coesit erstmals in einem natürlichen Krustengestein nachgewiesen wurde.
Wo Eklogit im Zusammenspiel der Gesteine steht, ist unter Gesteinskreislauf beschrieben.
Quellen
- Hacker, B. R.: Eclogite formation and the rheology, buoyancy, seismicity of subducting lithosphere
- Geowiki der LMU München: Gesteinssystematik
- Mineralienatlas: Gesteinsdaten
Fachlich zuletzt geprüft am 01.08.2026.
