Gabbro

Gabbro ist das Tiefengesteins-Gegenstück zum Basalt. Beide bestehen aus denselben Mineralen und haben dieselbe chemische Zusammensetzung. Der einzige Unterschied liegt darin, wo sie erstarrt sind, und genau das sieht man an der Korngröße.

Gabbro: dunkelgrün-schwarzes grobkörniges Handstück mit hellen Plagioklas- und dunklen Pyroxenkörnern
Die einzelnen Körner sind mit bloßem Auge zu unterscheiden: helle Plagioklasleisten zwischen dunklem Pyroxen. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Woran man Gabbro erkennt

Gabbro ist dunkel, schwer und deutlich grobkörnig. Anders als beim Basalt lassen sich die einzelnen Minerale mit bloßem Auge unterscheiden: helle, leistenförmige Plagioklaskristalle liegen zwischen dunklem Pyroxen, oft kommt olivgrüner Olivin dazu.

Die Körner greifen ineinander, ohne dass eine Vorzugsrichtung erkennbar wäre. Dieses richtungslose Gefüge unterscheidet Gabbro von metamorphen Gesteinen wie Gneis, bei denen die Minerale in Lagen eingeregelt sind.

Quarz fehlt praktisch vollständig. Damit unterscheidet sich Gabbro von Granit, der über 20 Prozent Quarz enthält, und von Diorit, der heller ist und mehr Plagioklas führt.

Warum die Körner groß werden

Gabbro erstarrt in mehreren Kilometern Tiefe. Die Wärme fließt nur langsam ab, deshalb haben die Kristalle Jahrtausende Zeit zu wachsen. Dieselbe Schmelze, an der Oberfläche ausgeflossen, erstarrt in Stunden und ergibt feinkörnigen Basalt.

Die Korngröße verrät also nichts über die Chemie, sondern nur über die Abkühlgeschwindigkeit. Wo diese Paare im Gesamtbild stehen, ist unter Gesteinskreislauf beschrieben.

Vorkommen und Verwendung

Große Gabbrokörper bilden einen wesentlichen Teil der unteren ozeanischen Kruste, unterhalb der basaltischen Decke. An Land tritt Gabbro dort zutage, wo Gebirge tief abgetragen wurden, in Deutschland unter anderem im Odenwald, im Harz und im Schwarzwald.

Im Steinhandel läuft polierter Gabbro häufig als „schwarzer Granit“. Geologisch ist das falsch: Granit ist hell und quarzreich, Gabbro dunkel und quarzfrei. Für die Verwendung als Bodenplatte oder Grabstein spielt die Bezeichnung keine Rolle, für die Bestimmung schon.

Quellen

  1. Geowiki der LMU München: Gesteinssystematik
  2. Mineralienatlas: Gesteinsdaten
  3. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)

Fachlich zuletzt geprüft am 01.08.2026.