Alexandrit
Alexandrit ist ein Chrysoberyll mit Chrom, der seine Farbe mit dem Licht wechselt: Bei Tageslicht ist er grün bis blaugrün, bei Glühlampen- oder Kerzenlicht rot bis purpurrot. Gefunden wurde er in den 1830er Jahren im Ural.
Grün am Tag, rot am Abend
Chrom verschluckt im Alexandrit gelbes Licht und lässt zwei Bereiche durch, einen grünen und einen roten, die fast gleich stark sind. Welcher überwiegt, hängt an der Lichtquelle: Tageslicht ist reich an Blau und Grün, der Stein wirkt grün. Glühlampen- und Kerzenlicht enthält mehr Rot, der Stein wirkt rot. Das Auge entscheidet sich jeweils für die stärkere Seite.
Mit einer Härte von 8,5 ist Alexandrit einer der härtesten Edelsteine. Behandelt wird er selten, allenfalls werden Risse gefüllt.
Alexandrit oder synthetischer Korund
Natürlicher Alexandrit mit kräftigem Farbwechsel ist selten und teuer. Laut GIA ist ein billiger Stein mit starkem Rot-Grün-Wechsel deshalb wahrscheinlich synthetisch oder eine Imitation. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird dafür farbwechselnder synthetischer Saphir verwendet, seltener synthetischer Spinell. Daneben gibt es echte synthetische Alexandrite, gezogen nach Czochralski, im Zonenschmelz- oder im Flux-Verfahren.
- Lichtbrechung unterscheidet sicher
- 1,746–1,756
- 1,759–1,772
- Dichte unterscheidet sicher
- um 3,73 g/cm³
- 3,98–4,10 g/cm³
- Optik
- zweiachsig
- einachsig
- Mohshärte
- 8,5
- 9
Die Dichte ist das handfesteste Merkmal: Korund ist deutlich schwerer. Synthetischer Alexandrit dagegen hat dieselben Werte wie natürlicher und ist nur im Labor zu erkennen, etwa per Infrarotspektroskopie.
Katzenauge und Drillinge
Chrysoberyll ist ein Beryllium-Aluminium-Oxid. Seine Kristalle verwachsen gern zu Drillingen, die wie ein Sechseck mit eingekerbten Kanten aussehen. Die schönsten stammen heute aus Brasilien. Eine zweite berühmte Varietät ist das Chrysoberyll-Katzenauge, bei dem feine parallele Einschlüsse einen wandernden Lichtstreifen erzeugen, ähnlich wie beim Tigerauge.
Entdeckung im Ural
Alexandrit wurde Anfang der 1830er Jahre im Ural entdeckt, abgebaut ab 1833 an der Tokowaja. 1834 benannte der finnische Mineraloge Nordenskiöld den Stein nach dem späteren Zaren Alexander II. Dass Rot und Grün die Farben des russischen Militärs waren, machte ihn im Zarenreich zusätzlich populär. Die verbreitete Geschichte, er sei am Tag von Alexanders Volljährigkeit gefunden worden, ist nicht belegt.
Fundorte
Die klassischen Vorkommen liegen im Ural, die größten russischen Alexandrite kamen aus Krasnobolotnoje. In Brasilien wurde 1987 die Lavra de Hematita in Minas Gerais entdeckt. Weitere Quellen sind Sri Lanka, wo Alexandrit um Ratnapura seit den 1920er Jahren bekannt ist, sowie Indien, Tansania und Simbabwe.
Quellen
- GIA: Alexandrite, Beschreibung, Geschichte und Kaufberatung
- Gems & Gemology 2019: Alexandrite, Geographic Origin Determination
- CIBJO Retailers’ Reference Guide, Gemstones (2021)
- Handbook of Mineralogy: Chrysoberyll (PDF, Mineralogical Society of America)
- Handbook of Mineralogy: Korund (PDF, Mineralogical Society of America)
- GIA: Synthetische Edelsteine