Saphir
Saphir ist Korund in jeder Farbe außer Rot, denn roter Korund heißt Rubin. Ohne Zusatz meint der Handel die blaue Sorte. Ihr Blau entsteht aus einem Zusammenspiel von Eisen und Titan, von dem schon wenige Hundertstel Prozent genügen.
Warum Saphir blau ist
Reiner Korund ist farblos. Das Blau des Saphirs entsteht, wenn zweiwertiges Eisen und vierwertiges Titan im Kristall nebeneinandersitzen. Zwischen ihnen springt ein Elektron hin und her und verschluckt dabei gelbes bis rotes Licht. Übrig bleibt Blau. Je mehr Eisen, desto dunkler wird der Stein.
Saphir ist deutlich dichroitisch: Entlang der Kristallachse erscheint er tiefblau, quer dazu grünlich blau. Gute Schleifer richten den Stein so aus, dass man von oben ins reine Blau schaut.
Alle Farben außer Rot
Andere Spurenelemente ergeben andere Farben. Dreiwertiges Eisen färbt gelb, kommt das Eisen-Titan-Blau dazu, entsteht Grün. Chrom ergibt Pink, zusammen mit dem Blau Violett. Wird es so rot, dass es als Rubin durchgeht, verliert der Stein den Namen Saphir. Die Grenze zwischen Pink und Rot ist dabei fließend.
Eine Sonderstellung hat der Padparadscha, ein zarter Farbton zwischen Pink und Orange. Die Laborvereinigung LMHC hat ihn 2025 genau festgelegt: pinkorange bis orangepink, pastellig, mit bestandenem Farbstabilitätstest. Erhitzen ist erlaubt, Beryllium-Diffusion, Glasfüllung und Bestrahlung schließen den Namen aus. Die Herkunft spielt keine Rolle, obwohl viele Padparadscha für eine Spezialität Sri Lankas halten.
Erhitzt und diffundiert
Wie beim Rubin ist der weit überwiegende Teil der gehandelten Saphire erhitzt. Das milchige Geuda-Material aus Sri Lanka wird seit den 1970er Jahren gebrannt und dabei tiefblau oder gelb, gelbe Saphire aus Montana werden routinemäßig erhitzt.
Daneben gibt es Titan-Diffusion, Beschichtungen und Bestrahlung, deren Farbe wieder verblasst, sowie seltener Glasfüllungen.
Sternsaphir und Imitationen
Enthält ein Saphir viele feine, parallel ausgerichtete Rutilnadeln, bündeln sie das Licht auf einem gewölbten Schliff zu einem sechsstrahligen Stern, selten zu einem zwölfstrahligen. Dieselben Nadeln, die man beim klaren Stein wegbrennt, sind hier erwünscht.
Synthetischer Korund nach dem Verfahren von Verneuil ist bis heute die billigste und häufigste Synthese. Natürliche Saphire zeigen dagegen eckige Farbzonen, Rutilnadeln, kleine Zirkone und Negativkristalle mit Kohlendioxid. Farbloser Saphir diente früher als Diamant-Imitation.
Name und Fundorte
Das griechische sappheiros meinte wahrscheinlich den Lapislazuli, den heutigen Saphir nannte man in der Antike Hyakinth. Der Name Padparadscha geht auf das Singhalesische zurück und wird meist als Lotusblüte gedeutet.
Im späten 19. Jahrhundert galt Kaschmir als Spitzenquelle für blaue Saphire. Heute kommen sie vor allem aus Sri Lanka (Ratnapura), Madagaskar, Myanmar, Thailand und Kambodscha, aus Australien (Anakie in Queensland), Tansania und aus Montana (Yogo Gulch).
Quellen
- GIA: Sapphire, Beschreibung und Geschichte
- CIBJO Retailers’ Reference Guide, Gemstones (2021)
- Handbook of Mineralogy: Korund (PDF, Mineralogical Society of America)
- Emmett et al.: Beryllium Diffusion of Ruby and Sapphire, Gems & Gemology 2003
- LMHC Information Sheet 4 (2025): Padparadscha
- GIA: Synthetische Edelsteine
