Feldspat

Feldspäte sind die häufigste Mineralgruppe der Erdkruste und stellen dort 50 bis 60 Volumenprozent. Kaum ein magmatisches Gestein kommt ohne sie aus, und in jedem Granit machen sie den größten Anteil aus.

Feldspat: ein blockiges lachsrosa Kristallstück mit zwei glatten Spaltflächen, die sich im rechten Winkel treffen
Die beiden ebenen Flächen treffen sich im rechten Winkel. Genau daher kommt der Name: Feld für die glatten Flächen, Spat für die gute Spaltbarkeit. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Woran man Feldspat erkennt

Das verlässlichste Merkmal sind die Spaltflächen. Feldspat spaltet nach zwei Richtungen, die sich im rechten Winkel treffen. Dreht man ein Stück im Licht, blitzen die beiden ebenen Flächen nacheinander auf.

Der Name selbst beschreibt das: Feld steht für die glatten Flächen, Spat ist der alte Bergmannsausdruck für gut spaltende Minerale.

Mit Mohshärte 6 ritzt Feldspat Glas, wird aber von einer Stahlfeile angegriffen. Er ist das Referenzmineral für Stufe 6 der Mohsskala.

Zwei Reihen, eine Gruppe

Feldspat ist ein Sammelname. Die Gruppe zerfällt in zwei Reihen, die sich chemisch und im Kristallsystem unterscheiden.

ReiheKationSystemBeispiel
AlkalifeldspäteKalium, Natriummonoklin oder triklinOrthoklas
PlagioklaseNatrium bis CalciumtriklinPlagioklas

Alle Feldspäte sind Gerüstsilikate, genauer Alumosilikate: Ein Teil des Siliciums ist durch Aluminium ersetzt, was zusätzliche Kationen zum Ladungsausgleich nötig macht. Mehr dazu unter Silikate.

Was aus Feldspat wird

An der Oberfläche ist Feldspat chemisch angreifbar. Wasser und Kohlensäure lösen die Kationen heraus, übrig bleiben Tonminerale. Deshalb enthält verwitterter Granit Kaolin, den Rohstoff für Porzellan, während der widerstandsfähige Quarz als Sand liegen bleibt.

Diese Reihenfolge der Verwitterungsanfälligkeit heißt Goldich-Reihe und ist unter Gesteinskreislauf eingeordnet.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
  2. RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
  3. IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale

Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.