Jadeit
Jade ist kein einzelnes Mineral, sondern ein Name für zwei: Jadeit und Nephrit. Jadeit ist ein Pyroxen, das seltenere und teurere der beiden, und die Quelle des leuchtend grünen „Imperial Jade“. Weil er so wertvoll ist, wird er häufig gebleicht, gefüllt oder gefärbt.
Zwei Minerale, ein Name
Über Jahrtausende nannte man zwei verschiedene grüne Steine Jade. Erst der französische Chemiker Augustin Damour zeigte 1863, dass der Stein aus Burma ein eigenes Mineral ist, das er Jadeit nannte, verschieden vom Nephrit, den er schon 1846 als dichte Form von Tremolit-Aktinolith bestimmt hatte. Das GIA zählt inzwischen unter Bedingungen auch grünen Omphacit dazu.
Beide Jade-Arten sind außergewöhnlich zäh. Gemessen wurde das 1973 im American Mineralogist: Die Energie, die nötig ist, um eine Bruchfläche zu erzeugen, liegt um eine Größenordnung über der vieler technischer Keramiken. Jadeit verdankt das seinem dichten, blockigen Korngefüge. Er ist etwas härter als Nephrit, Nephrit dagegen noch zäher.
Der Name kommt vom spanischen piedra de ijada, Stein der Lende, eine Erinnerung an die frühere Vorstellung, der Stein helfe gegen Nierenleiden. Mit der Mineralogie hat das nichts zu tun.
Jadeit oder Nephrit
- Dichte unterscheidet sicher
- 3,34 g/cm³
- 2,95 g/cm³
- Lichtbrechung unterscheidet sicher
- 1,666–1,680
- 1,606–1,632
- Gefüge
- körnig, fast zuckerartig
- verfilzt-faserig
- Glanz
- glasig bis leicht fettig
- fettig
- Mohshärte
- 6,5 bis 7
- 6 bis 6,5
- Zähigkeit
- sehr zäh
- noch zäher
Die Dichte trennt sicher: Jadeit ist deutlich schwerer. Poliert wirkt Nephrit oft wie mit Fingerabdrücken verschmiert, Jadeit eher glasig.
Imperial-Grün und andere Farben
Reiner Jadeit ist weiß. Das berühmte, fast smaragdgleiche Imperial-Grün entsteht durch Chrom, von dem schon sehr kleine Mengen genügen. Eisen ergibt ein matteres Grasgrün, Lavendel entsteht durch einen Ladungsaustausch zwischen zwei- und dreiwertigem Eisen. Daneben gibt es Jadeit in Rot, Orange, Gelb, Grau und Schwarz, blauen nur in kleinen Mengen aus Guatemala.
A-, B- und C-Jade
Der Handel teilt Jadeit nach seiner Behandlung in drei Klassen:
- A-Jade ist naturbelassen, allenfalls oberflächlich gewachst.
- B-Jade wurde mit Säure gebleicht, um bräunliche Flecken zu entfernen, und danach mit Kunstharz gefüllt, weil die Säure das Gefüge auflockert.
- C-Jade ist gefärbt. Grüne Farbstoffe verblassen dabei leichter als lavendelfarbene.
Was sich als Jade ausgibt
Kaum ein Stein hat so viele Doppelgänger. Das GIA führt eine ganze Liste irreführender Handelsnamen. „Indische Jade“ ist grüner Aventurin, den man an seinen glitzernden Glimmerplättchen erkennt. „New Jade“ ist Serpentin. Gefärbter grüner Quarzit zeigt die Farbe in den Rissen konzentriert. Dazu kommen Chrysopras, Glas und Kunststoff, die alle das Licht schwächer brechen, sowie Hydrogrossular und Vesuvian, die es stärker brechen.
Geschichte und Fundorte
In China war Jade über Jahrtausende Nephrit. Jadeit kam erst im späten 18. Jahrhundert aus Burma an den chinesischen Hof, wo Kaiser Qianlong das neue Material schätzte. Die feinste Sorte hieß fei-ts’ui, daraus wurde der Begriff Imperial Jade. In Japan ist Jadeit dagegen schon seit der Jōmon-Zeit bekannt, um 3500 vor Christus.
Die Hauptquelle hochwertigen Jadeits ist bis heute die Region Hpakant im Kachin-Staat von Myanmar. Weitere Vorkommen liegen im Motagua-Tal in Guatemala, in Japan, in Russland und in Kalifornien.
Quellen
- GIA: Jade, Beschreibung und Geschichte
- GIA FAQ: What is B-Jade?
- CIBJO Retailers’ Reference Guide, Gemstones (2021)
- Handbook of Mineralogy: Jadeit (PDF, Mineralogical Society of America)
- Hobbs: The Jade Enigma, Gems & Gemology 1982
- Hughes et al.: Burmese Jade, the Inscrutable Gem, Gems & Gemology 2000
- Fritsch et al.: Bleaching and Impregnation of Jadeite, Gems & Gemology 1992
- Bradt et al.: The Toughness of Jade, American Mineralogist 58 (1973)

