Chrysopras
Chrysopras ist apfelgrüner Chalcedon. Seine Farbe kommt nicht, wie bei vielen grünen Steinen, von Chrom, sondern von Nickel, genauer von feinsten nickelhaltigen Schichtsilikaten im Stein. Die schönsten Stücke kommen heute aus Australien, die berühmtesten lagen in Potsdam.
Nickel statt Chrom
Chrysopras ist Chalcedon, dessen gelblich grüne Farbe laut CIBJO auf nickelhaltige Beimengungen zurückgeht. Genauer sind es winzige Einschlüsse von Schichtsilikaten der Kerolith-Pimelith-Reihe. Eine Untersuchung von 2021 fand, dass Nickel die Sättigung des Grüns steuert, während Chrom den Stein eher dunkler macht.
Verblasst er?
Es ist mehrfach berichtet worden, dass Chrysopras bei Hitze oder starkem Sonnenlicht blasser wird, möglicherweise weil er Wasser verliert. Gesichert ist der Mechanismus nicht, aus Vorsicht lagert man Chrysopras dunkel und hält ihn von Hitze fern.
Chrysopras oder Jade
Apfelgrüner Chrysopras wird immer wieder als Jade angeboten. Gefärbter Chalcedon kommt als Imitation hinzu, denn Chalcedon lässt sich in fast jeder Farbe färben.
- Dichte unterscheidet sicher
- 2,60 g/cm³
- 3,34 g/cm³
- Lichtbrechung unterscheidet sicher
- 1,535–1,539
- 1,666–1,680
- Gefüge
- dicht, gleichmäßig
- körnig
- Farbursache
- Nickel
- Chrom oder Eisen
Dichte und Lichtbrechung trennen sicher: Jadeit ist fast ein Drittel schwerer und bricht das Licht deutlich stärker.
Sanssouci und Australien
Ein bedeutendes historisches Vorkommen lag bei Szklary in Niederschlesien, im heutigen Polen. Es wurde im Mittelalter abgebaut und 1740 wiederentdeckt. Friedrich der Große ließ den Chrysopras für Schloss Sanssouci in Potsdam verarbeiten.
Heute stammt der meiste Chrysopras aus Australien: aus Marlborough in Queensland, entdeckt 1965, und aus dem Yerilla-Distrikt in Westaustralien, entdeckt 1992, wo das Vorkommen Marshall Pool rund 70 Kilometer nördlich von Leonora liegt.
Der Name kommt aus dem Griechischen, von chrysos, Gold, und prason, Lauch. Ob der antike Chrysopras derselbe Stein war wie der heutige, ist allerdings nicht gesichert.
