Rauchquarz

Rauchquarz ist braun bis grau gefärbter Quarz. Die Farbe entsteht nicht durch einen Farbstoff im üblichen Sinn, sondern durch einen Gitterfehler, den natürliche Strahlung erzeugt hat.

Rauchquarz: ein rauchbraunes durchscheinendes Prisma mit pyramidaler Spitze
Die braune Färbung sitzt im ganzen Kristall und wird zur Basis hin oft dunkler. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Woher die Farbe kommt

Im Kristallgitter sitzt anstelle von Silicium gelegentlich ein Aluminium-Ion. Trifft natürliche Strahlung aus dem umgebenden Gestein darauf, entsteht ein Farbzentrum, das Licht so absorbiert, dass ein rauchiger Braunton übrig bleibt.

Weil der Vorgang Zeit braucht, sind kräftig gefärbte Rauchquarze oft aus granitischem Umfeld, wo der natürliche Gehalt an radioaktiven Elementen höher liegt.

Wie bei Amethyst ist das Farbzentrum nicht dauerhaft. Starke Sonneneinstrahlung und Hitze bauen es ab, ein Stück auf der Fensterbank verliert über Jahre seine Farbe.

Der Handelsname Rauchtopas

Sehr dunkle, fast schwarze Stücke werden als Morion gehandelt. Auch das ist Rauchquarz, nur mit besonders hoher Dichte an Farbzentren. Ein Teil des im Handel angebotenen Morions wurde künstlich bestrahlt.

Vorkommen

Rauchquarz findet sich in alpinen Klüften, in Pegmatiten und in Hohlräumen granitischer Gesteine. Bekannte europäische Vorkommen liegen in den Schweizer Alpen und im Erzgebirge.

Die wichtigsten aktiven Fundgebiete liegen wie beim Bergkristall in den Schweizer Alpen: Furkapass und Steingletscher, das Val Val in Graubünden und der Klausenpass. Dort tritt Rauchquarz häufig zusammen mit klarem Quarz in denselben Klüften auf.

In Deutschland kommt er in Pegmatiten und Granithohlräumen des Erzgebirges, des Fichtelgebirges und des Bayerischen Waldes vor, außerdem im Idar-Obersteiner Raum. Für das Sammeln in der Schweiz gilt vielerorts die Patentpflicht, siehe Fundorte und Sammelrecht.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
  2. RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
  3. IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale

Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.