Rhodochrosit

Rhodochrosit ist Mangankarbonat, rosenrot aus sich selbst heraus, weil Mangan zu seiner Formel gehört. Als gebänderter Tropfstein aus Argentinien ist er die „Inka-Rose“, als klarer Kristall aus Colorado ein Sammlerstück von Weltrang.

Mangan in der Formel

Rhodochrosit gehört zur Calcitgruppe und ist das Mangan-Gegenstück zum Calcit. Weil Mangan zu seiner Formel gehört, ist er eigenfarbig rosa bis himbeerrot. Mit Calcit und dem Eisenkarbonat Siderit bildet er Mischreihen.

Mit einer Härte von 3,5 bis 4 und vollkommener Spaltbarkeit in drei Richtungen ist Rhodochrosit weich und empfindlich. Schliff und Fassung sind heikel, Schmuck aus Rhodochrosit braucht Schutz vor Stößen. Er bricht das Licht extrem doppelt, mit einem Unterschied von rund 0,21, unter der Lupe erscheinen Kanten deutlich verdoppelt.

Rhodochrosit oder Rhodonit

Die beiden Namen sind fast gleich, beide Steine sind rosa und beide verdanken ihre Farbe dem Mangan. Trotzdem gehören sie zu verschiedenen Mineralklassen.

Rhodonit(Mn,Fe,Mg,Ca)SiO3
Zeichnung unterscheidet sicher
weiße oder blassrosa Bänder, oft konzentrisch
schwarze Adern aus Manganoxid
Mohshärte unterscheidet sicher
3,5 bis 4, Messer ritzt
5,5 bis 6,5, Messer ritzt kaum
Mineralklasse
Karbonat
Kettensilikat
Spaltbarkeit
drei Richtungen
zwei Richtungen, fast rechtwinklig
Doppelbrechung
extrem, um 0,21
gering, um 0,012
Dichte
3,70 g/cm³
3,57–3,76 g/cm³

Weiße Bänder heißen Rhodochrosit, schwarze Adern Rhodonit. Im Zweifel hilft ein Messer an unauffälliger Stelle: Rhodochrosit lässt sich ritzen, Rhodonit kaum.

Die Inka-Rose

Aus den Capillitas im Nordwesten Argentiniens stammt gebänderter Rhodochrosit, der in Tropfsteinen wächst. Aufgeschnitten zeigt er konzentrische rosa und weiße Ringe. Bekannt wurde er als „Inca Rose“, nachdem der Händler Franz Mansfeld ihn um 1934 in Europa und Nordamerika vermarktete.

Der Alma King

Klare, tiefrote Rhodochrosit-Kristalle kommen aus der Sweet Home Mine bei Alma in Colorado, die seit 1895 dafür bekannt ist. Nach ihrer Wiedereröffnung 1991 wurde dort 1992 der Alma King gefunden, ein Rhodochrosit-Rhomboeder von gut 14 Zentimetern Kantenlänge auf einer Matrix von über 65 Zentimetern. Er gehört heute dem Museum für Natur und Wissenschaft in Denver.

Fundorte

Beschrieben wurde Rhodochrosit 1813 von Johann Friedrich Ludwig Hausmann an Material aus Kapnik, dem heutigen Cavnic in Rumänien. Der Name kommt vom griechischen rhodon, Rose, und chrosis, Färbung. Neben Argentinien und Colorado liefern die Manganlagerstätten von Hotazel und N’Chwaning in Südafrika, Peru und Mexiko Schmuck- und Sammlerstücke. In Deutschland ist die Grube Wolf bei Herdorf im Siegerland ein bekannter Fundort.

Quellen

  1. Handbook of Mineralogy: Rhodochrosit (PDF, Mineralogical Society of America)
  2. Knox, Lees: Gem Rhodochrosite from the Sweet Home Mine, Gems & Gemology 1997
  3. Handbook of Mineralogy: Rhodonit (PDF, Mineralogical Society of America)