Rubellit

Rubellit ist der Name für rosa bis roten Turmalin, meist der Art Elbait. Seine Farbe kommt vom Mangan. Ein eigenes Mineral ist er nicht, und wo genau Pink aufhört und Rubellit anfängt, darüber streitet der Handel bis heute.

Ein Farbname, kein Mineral

Turmalin ist eine Gruppe von Borsilikaten. Die meisten rosa und roten Schmuckturmaline gehören zur Art Elbait, einige auch zu Rossmanit oder Fluor-Liddicoatit. Rubellit ist ein reiner Farbname für den Bereich von Rosa bis Rot, auch mit bräunlichem, orangem oder violettem Stich. Die Farbe stammt vom Mangan.

Turmalin ist dichroitisch, der Rubellit zeigt je nach Blickrichtung Rosa oder fast farblos. Er ist pyro- und piezoelektrisch, lädt sich also beim Erwärmen oder unter Druck elektrisch auf und zieht dann Staub an.

Bestrahlt, erhitzt, gefüllt

Bestrahlung vertieft das Rosa und ist oft nicht nachweisbar. Die so erzeugte Farbe kann bei Hitze oder starkem Licht wieder verblassen. Erhitzen hilft bei Rot nicht, manche rosa und roten Steine werden dabei fast farblos. Die einzige Turmalinbehandlung mit sichtbaren Spuren ist das Füllen von Rissen. Synthetischen Schmuckturmalin gibt es nicht.

Rubellit enthält häufig fadenförmige Flüssigkeitseinschlüsse und feine Wachstumsröhrchen. Augenreine Steine sind entsprechend teurer.

Rubellit oder Rubin

Bevor es die moderne Gemmologie gab, wurde Turmalin je nach Farbe für Rubin, Saphir oder Smaragd gehalten. Getrennt werden Rubellit und Rubin heute schnell.

RubellitTurmalin, meist Elbait
Rubin im VergleichRubinAl2O3
Lichtbrechung unterscheidet sicher
1,62–1,64
1,762–1,770
Dichte unterscheidet sicher
um 3,06 g/cm³
4,00 g/cm³
Doppelbrechung
deutlich, 0,018 und mehr
gering, 0,008–0,010
Mohshärte
7 bis 7,5
9
Farbursache
Mangan
Chrom

Das Refraktometer trennt sicher. Ohne Gerät hilft das Gewicht: Rubin gleicher Größe ist rund ein Drittel schwerer.

Cixi und die Minen Kaliforniens

Um 1900 wurde im San Diego County in Kalifornien viel rosa und roter Turmalin gefördert, unter anderem in der Himalaya Mine. Ein großer Teil ging nach China, weil die Kaiserinwitwe Cixi die Farbe schätzte. Daraus wurden unter anderem Schnupftabakfläschchen und Schnitzereien. Mit dem Ende der Qing-Dynastie 1912 brach dieser Handel zusammen, und die Himalaya Mine förderte danach keine großen Mengen mehr.

Der Name Turmalin selbst stammt aus dem Singhalesischen, turamali, und kam mit niederländischen Händlern Anfang des 18. Jahrhunderts aus Ceylon nach Europa.

Fundorte

Brasilien ist der größte Turmalinproduzent. Sammelwürdigen Rubellit liefern außerdem Nigeria und Madagaskar, in Kalifornien die Minen des Pala-Distrikts und um Mesa Grande.

Quellen

  1. GIA: Tourmaline, Beschreibung und Geschichte
  2. GIA: Tourmaline History and Lore
  3. CIBJO Retailers’ Reference Guide, Gemstones (2021)
  4. Handbook of Mineralogy: Elbait (PDF, Mineralogical Society of America)
  5. Gems & Gemology 2024: Micro-Features of Tourmaline