Tansanit
Tansanit ist blauvioletter Zoisit, gefärbt durch Vanadium. Kommerziell gefördert wird er nur an einem Ort der Welt, in den Merelani Hills im Norden Tansanias. Fast jeder Stein im Handel war vorher bräunlich und ist erst durch Erhitzen blau geworden.
Drei Farben in einem Stein
Zoisit ist ein Calcium-Aluminium-Silikat aus der Epidotgruppe, meist unscheinbar grau oder grün. Enthält er Vanadium, wird er blauviolett und heißt Tansanit. Rosa, grüner oder gelber Zoisit heißt dagegen einfach Zoisit.
Tansanit ist stark trichroitisch: Je nach Blickrichtung erscheint er tiefblau, rotviolett oder gelbgrün. Auch die Beleuchtung spielt mit, bei Tageslicht wirkt er blauer, bei Glühlampenlicht violetter. Der Schliff entscheidet, welche Farbe dominiert.
Blau durch Erhitzen
Rohes Tansanit-Material ist meist bräunlich, purpur oder grau. Erhitzt man es auf bis zu 600 °C, verschwindet der braune Farbanteil, und das Blauviolett bleibt. Laut CIBJO wird praktisch aller kommerziell geförderte Zoisit so behandelt. Nachweisen lässt sich das oft nicht, und auf den Preis hat es kaum Einfluss.
Mit einer Härte von 6 bis 7 und einer vollkommenen Spaltbarkeit ist Tansanit empfindlich. Ultraschall und Dampf sind tabu.
Tansanit, Iolith oder Saphir
Als Tansanit gefunden wurde, hielt man ihn zunächst für einen Saphir, dann für Cordierit, den Mineralnamen des Ioliths. Mit dem Refraktometer lassen sich die drei sofort trennen: Iolith liegt bei 1,53 bis 1,58 und ist mit 2,60 bis 2,66 g/cm³ deutlich leichter als die beiden anderen.
- Lichtbrechung unterscheidet sicher
- 1,69–1,70
- 1,76–1,77
- Pleochroismus unterscheidet sicher
- drei Farben
- zwei Farben
- Dichte
- um 3,35 g/cm³
- 4,00 g/cm³
- Mohshärte
- 6 bis 7
- 9
Drei deutlich verschiedene Farben beim Drehen sprechen für Tansanit oder Iolith, das Refraktometer entscheidet zwischen den beiden. Saphir zeigt nur zwei.
Eine bekannte Imitation ist synthetischer Forsterit. Er bricht das Licht deutlich doppelt, sodass die hinteren Facetten unter der Lupe verdoppelt erscheinen, Tansanit kaum.
Entdeckung und Name
Die Geschichte der Entdeckung 1967 gibt es in zwei Fassungen. Nach der CIBJO fand der aus Goa stammende Schneider Manuel De Souza den Stein am 7. Juli 1967, nach dem GIA entdeckte ihn ein Massai und machte De Souza darauf aufmerksam. Den Handelsnamen prägte der Juwelier Tiffany & Co., der den Stein ab 1968 mit einer großen Kampagne bekannt machte. Zoisit selbst ist nach dem Mäzen Siegmund Zois benannt.
Der einzige Fundort
Tansanit wird kommerziell nur in den Merelani Hills in den Lelatema-Bergen gefördert, etwa 40 Kilometer südöstlich von Arusha.
Quellen
- GIA: Tanzanite, Beschreibung, Geschichte und Qualität
- GIA: Tanzanite History and Lore
- CIBJO Retailers’ Reference Guide, Gemstones (2021)
- Handbook of Mineralogy: Zoisit (PDF, Mineralogical Society of America)
- Handbook of Mineralogy: Forsterit (PDF, Mineralogical Society of America)
- Gems & Gemology 2014: Titanium-Coated Tanzanite
