Iolith
Iolith ist der Handelsname für Cordierit in Schmuckqualität. Kaum ein anderer Stein wechselt so stark die Farbe mit der Blickrichtung: Von der einen Seite ist er violettblau, von der anderen fast farblos oder gelblich. Als Typlokalität des Cordierits gilt Bodenmais im Bayerischen Wald.
Drei Farben in einem Stein
Cordierit ist ein Magnesium-Eisen-Aluminium-Silikat mit Sechserringen im Gitter, verwandt mit dem Beryll. Er ist stark trichroitisch: Ein bläulicher Iolith zeigt, je nach Blickrichtung, Farblos bis Gelb, Blaugrau und ein tiefes Violett. Deshalb heißt Cordierit auch Dichroit. Die Farbe kommt vom Eisen, das tiefe Blau vermutlich von einem Ladungsaustausch zwischen Eisen und Titan wie beim Saphir.
Behandelt wird Iolith praktisch nicht. Erhitzen scheidet wegen seines niedrigen Schmelzpunkts aus. Mit einer Härte von 7 bis 7,5 ist er hart genug für Schmuck, eine mäßige Spaltbarkeit macht ihn aber stoßempfindlich.
Kein Wassersaphir
Als Tansanit 1967 entdeckt wurde, hielt man ihn zunächst für Cordierit, so ähnlich sind sich die beiden Steine auf den ersten Blick.
Kompass der Wikinger?
Oft liest man, die Wikinger hätten Iolith als Navigationshilfe benutzt, um durch seinen Pleochroismus die Sonne bei bedecktem Himmel zu orten. Das GIA stellt das ausdrücklich als Legende dar. Physikalisch wäre es denkbar, belegt ist es nicht. Mehr dazu beim Sonnenstein.
Bodenmais und andere Fundorte
Der Name Iolith kommt vom griechischen ion, Veilchen. Cordierit ist nach dem französischen Bergbauingenieur Pierre Cordier benannt. Das Handbook of Mineralogy nennt Bodenmais im Bayerischen Wald an erster Stelle seiner Fundorte, und Bodenmais gilt auch als der Ort, an dem das Mineral 1813 zuerst beschrieben wurde.
Iolith in Schmuckqualität stammt aus den Edelsteinkiesen Sri Lankas, aus Indien, Madagaskar, Tansania, Kenia, Brasilien und Norwegen.