Chalcedon
Chalcedon ist Quarz, dessen Kristalle so klein sind, dass man sie selbst mit der Lupe nicht erkennt. Er ist die Grundform, aus der Achat und Jaspis hervorgehen, und tritt meist als traubige Kruste auf.
Der Aufbau
Chalcedon besteht aus mikroskopisch feinen Quarzfasern, die dicht gepackt und leicht verdrillt nebeneinanderliegen. Zwischen den Fasern sitzen winzige Poren, die Wasser aufnehmen können.
Diese Struktur erklärt zwei Eigenschaften. Der Glanz ist wachsartig statt glasig, weil das Licht an den Faserenden gestreut wird. Und die Poren machen ihn färbbar, worauf die gesamte Achatfärbung im Handel beruht.
Trotz der feinen Struktur bleibt die Härte bei 6,5 bis 7, also praktisch wie bei grobkristallinem Quarz.
Varietäten
| Name | Merkmal |
|---|---|
| Achat | konzentrisch gebändert, durchscheinend |
| Jaspis | undurchsichtig durch hohen Fremdanteil |
| Karneol | orangerot durch Eisenoxid, durchscheinend |
| Onyx | schwarz-weiß in geraden Lagen, meist gefärbt |
| Chrysopras | apfelgrün durch Nickel |
| Heliotrop | dunkelgrün mit roten Flecken |
Entstehung
Chalcedon scheidet sich aus kieselsäurehaltigen Lösungen bei niedrigen Temperaturen ab, meist in Hohlräumen und Spalten. Weil er von mehreren Punkten aus gleichzeitig nach außen wächst, entstehen die typischen traubigen und nierigen Formen.
Verkieselt er Holz, bleiben die Zellstrukturen erhalten. So entsteht versteinertes Holz, bei dem jede Jahresringlinie noch sichtbar ist.
Quellen
- Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)
- RRUFF-Datenbank, Raman- und Röntgendaten (CC-BY 4.0)
- IMA-CNMNC: Aktuelle Liste anerkannter Minerale
Fachlich zuletzt geprüft am 02.08.2026.
