Amphibolit
Amphibolit ist umgewandelte ozeanische Kruste. Aus Basalt oder Gabbro entsteht er bei Temperaturen um 500 bis 700 Grad, und er markiert damit eine mittlere Station auf einem Weg, der beim Eklogit endet.
Woran man Amphibolit erkennt
Amphibolit ist dunkel, meist schwarzgrün, und besteht zu großen Teilen aus Hornblende. Dazwischen liegen helle Lagen und Strähnen aus Plagioklas. Anders als beim Schiefer lässt er sich nicht in Platten spalten, die Schieferung ist meist nur angedeutet. Häufig sind die Hornblendekristalle in eine Richtung eingeregelt, was dem Gestein ein strähniges Aussehen gibt.
Mit 2,9 bis 3,1 g/cm³ ist er deutlich schwerer als Gneis oder Granit, aber leichter als Eklogit. Rote Granatkörner kommen vor und zeigen an, dass die Umwandlung am oberen Ende des Temperaturbereichs stattfand.
Wie er entsteht
Das Ausgangsgestein ist fast immer basaltisch. Wird ozeanische Kruste in die Tiefe gedrückt, laufen die Umwandlungen in einer festen Reihenfolge ab, weil jede Temperaturstufe andere Minerale stabil macht.
| Stufe | Bedingungen | Leitminerale |
|---|---|---|
| Grünschiefer | ab etwa 300 °C | Chlorit, Epidot, Albit |
| Amphibolit | etwa 500 bis 700 °C | Hornblende, Plagioklas |
| Granulit | über 700 °C | Pyroxen, Granat |
| Eklogit | hoher Druck, kühl | Granat, Omphacit |
Ob am Ende Granulit oder Eklogit steht, entscheidet nicht die Temperatur allein, sondern das Verhältnis von Druck und Temperatur. Ein rasch abtauchender, kühler Slab erreicht hohen Druck bei niedriger Temperatur und läuft über Blauschiefer zum Eklogit. Bleibt das Gestein dagegen warm, führt der Weg über Amphibolit zum Granulit. Der Zusammenhang ist auf der Seite über die Subduktion ausgeführt.
Seltener entsteht Amphibolit aus mergeligen Sedimenten. Fachlich unterscheidet man deshalb Ortho-Amphibolit aus magmatischem und Para-Amphibolit aus sedimentärem Ausgangsmaterial. Ansehen lässt sich der Unterschied dem Handstück nicht, dafür braucht es die chemische Analyse.
Was die Amphibolit-Fazies bedeutet
Der Name steht nicht nur für ein Gestein, sondern für einen ganzen Druck-Temperatur-Bereich. Metamorphe Fazies sind Felder, in denen eine bestimmte Mineralvergesellschaftung stabil ist. Die Amphibolit-Fazies umfasst grob 500 bis 700 Grad bei mittlerem Druck und ist der mit Abstand häufigste Bereich in alten Gebirgsketten.
Das Praktische daran: Wer im Gelände Amphibolit findet, kennt damit die Bedingungen, unter denen das Gestein zuletzt im Gleichgewicht stand. Gesteine werden so zu Messgeräten für Vorgänge, die vor Hunderten Millionen Jahren in zehn bis dreißig Kilometern Tiefe abliefen.
Vorkommen und Verwendung
In Deutschland tritt Amphibolit überall dort auf, wo alte Gebirgswurzeln freiliegen: im Erzgebirge, im Bayerischen Wald, im Odenwald, im Schwarzwald und im Harz. Meist begleitet er Gneis in Form eingeschalteter dunkler Lagen, die früher einmal Lavaströme oder Gänge in ozeanischer Kruste waren.
Verwendet wird er als Schotter und Wasserbaustein, poliert gelegentlich auch als Fassadenplatte. Im Handel läuft er dann nicht unter seinem Namen, sondern als Granit, was petrographisch falsch ist, im Steinhandel aber jedes dunkle Hartgestein bezeichnen kann.
