Gneis

Gneis erkennt man an seiner Bänderung: helle und dunkle Lagen wechseln sich ab und sind oft sichtbar verfaltet. Diese Struktur entsteht unter Druck und Hitze, ohne dass das Gestein je geschmolzen wäre.

Gneis: Handstück mit deutlicher Bänderung aus hellen und dunklen Lagen, die wellig verfaltet sind
Die hellen Lagen bestehen aus Quarz und Feldspat, die dunklen aus Glimmer. Dass die Bänder wellig verlaufen, zeigt, dass das Gestein unter Druck geflossen ist, ohne dabei zu schmelzen. Mit KI erzeugte Illustration, kein Foto eines bestimmten Fundstücks.

Die Bänderung

Unter gerichtetem Druck ordnen sich die Minerale neu an. Plättchenförmige Glimmer stellen sich senkrecht zur Druckrichtung, Quarz und Feldspat sammeln sich in eigenen Lagen. Das Ergebnis ist die für Gneis typische Trennung in helle und dunkle Bänder.

Weil das Gestein bei diesen Bedingungen zäh wie Knetmasse wird, verlaufen die Bänder häufig nicht gerade, sondern wellig oder eng verfaltet. Diese Falten sind eingefrorene Bewegung und verraten, in welche Richtung der Druck gewirkt hat.

Gneis oder Granit

Beide enthalten dieselben Minerale: Quarz, Feldspat und Glimmer. Die Frage ist nicht, was drin ist, sondern wie es liegt.

GneisMetamorph
GranitMagmatisch
Gefüge unterscheidet sicher
deutlich gebändert, helle und dunkle Lagen
richtungslos, Körner beliebig orientiert
Glimmer unterscheidet sicher
in Lagen eingeregelt, glänzende Flächen
einzelne Blättchen, ungeordnet
Faltung
oft sichtbar verfaltete Lagen
keine
Entstehung
Umbau im festen Zustand unter Druck
Erstarrung aus Schmelze
Mineralbestand
Quarz, Feldspat, Glimmer
Quarz, Feldspat, Glimmer

Ein Gneis kann durch Metamorphose aus einem Granit hervorgehen. Dann heißt er Orthogneis und enthält exakt dieselben Minerale wie vorher, nur neu geordnet.

Woher ein Gneis stammt

Je nach Ausgangsgestein unterscheidet man zwei Typen. Ein Orthogneis geht auf ein magmatisches Gestein zurück, meist auf Granit. Ein Paragneis entsteht aus Sedimenten, typischerweise aus Tonstein.

Bei zunehmender Umwandlung durchläuft ein Tonstein eine ganze Reihe: Schiefer, dann Phyllit, dann Glimmerschiefer und schließlich Gneis. Mit jeder Stufe werden die Körner gröber und die Bänderung deutlicher. Wo dieser Weg im Gesamtbild steht, ist unter Gesteinskreislauf beschrieben.

Vorkommen

Gneis ist eines der häufigsten Gesteine der kontinentalen Kruste und bildet große Teile der alten Gebirgskerne. Wo ein Gebirge tief genug abgetragen wurde, kommt er an die Oberfläche.

In Deutschland tritt Gneis im Schwarzwald, im Bayerischen Wald, im Erzgebirge und im Odenwald auf. Das ausführliche Fundortkapitel folgt, sobald die Fundort-Recherche eingearbeitet ist.

Quellen

  1. Geowiki der LMU München: Gesteinssystematik
  2. Mineralienatlas: Gesteinsdaten
  3. Handbook of Mineralogy (Mineralogical Society of America)

Fachlich zuletzt geprüft am 01.08.2026.